Wegen eines fehlenden TÜV-Gutachtens durfte ein Motivwagen beim Faschingsumzug in Knöringen nicht starten Von Katja Röderer

Von Katja Röderer
Landkreis Tausende schunkelnde Zuschauer, strahlender Sonnenschein und beste Narrenstimmung – beim Faschingsumzug in Knöringen stand am Wochenende zweifellos Spaß an erster Stelle. Wie traurig müssen da die Erbauer des Faschingswagens gewesen sein, der kurz vor dem Start aus dem Verkehr gezogen wurde.
Das Gefährt kam nicht durch die Polizeikontrolle. Der Burgauer Polizeichef Stefan Müller erklärte auf Anfrage, dass die Wagen immer wieder stichprobenartig kontrolliert werden würden, bevor sich ein Gaudiwurm in Bewegung setzt. Die Narren auf den bunten Faschingswagen sind dann aufgefordert, das TÜV-Gutachten vorzuzeigen, das seit drei Jahren Pflicht ist für alle Faschingswagenbauer im Landkreis. Polizeichef Stefan Müller sagte, dass diese eine Gruppe ein solches TÜV-Gutachten am Samstag aber nicht vorzeigen konnte. Offenbar war der Wagen nie geprüft worden. Von der zuständigen Stelle des Landratsamtes hieß es gestern: „Gleiches Recht für alle“. Das TÜV-Gutachten sei nun mal Pflicht, Ausnahmen könnten nicht gemacht werden. Die Gutachten dienen der Sicherheit aller Umzugsteilnehmer und auch der Zuschauer. Nicht nur der Steuermann des Faschingswagens sei mit dem TÜV-Zertifikat auf der sicheren Seite. Auch der Veranstalter, der die Verantwortung für einen sicheren Ablauf des Umzugs trägt, könne sich nach der Begutachtung der Wagen darauf verlassen, dass die Gefährte sicher sind. Welche Anforderungen an Faschingswagen gestellt werden, können Interessierte auf den Internetseiten des Günzburger Landratsamtes unter „Auto und Verkehr“ nachlesen.
Bernd May vom TÜV Süd weiß, dass sich die Kriterien mittlerweile ohnehin unter den Umzugswagenbauern herumgesprochen haben. „Solide Geländer sind wichtig, gute Bremsen, die Beleuchtung und ein sicherer Aufstieg auf den Wagen“, fasst er das Wichtigste zusammen.
Monika Riß ist die Chefin der Faschingsgesellschaft Knoronia, die den Umzug organisiert hatte. Sie sprach von insgesamt 68 Zugnummern, die vergeben wurden, 46 davon seien Faschingswagen gewesen. Den Wagen mit der Nummer fünf habe sie nicht angekündigt, erinnerte sie sich. Unbestätigten Angaben zufolge wird es wohl die Jugend aus Waldkirch gewesen sein, die auf die Gaudi verzichten musste.
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