Etwa 1500 Tiere des Großkötzer Landwirts Raimund Wiedenmann dürfen nicht mehr für den Verzehr geschlachtet werden, weil sie mit Antibiotikum belastetes Futter gefressen haben. Dagegen will sich der Mäster wehren. Von Berthold Veh


Es ist ein munteres Quieken. In den Buchten rasseln die Schweine mit Spielzeugketten. Der Geruch ist zwar etwas streng, dafür ist es im Schweinestall des Großkötzer Landwirts Raimund Wiedenmann aber wohlig warm. Doch die Idylle trügt. Die etwa 1500 Schweine des Mästers haben das mit Chloramphenicol belastete Weißwasser der Firma Ehrmann gefressen. Weil das Antibiotikum auch im Urin der Tiere nachgewiesen wurde, darf das Fleisch nicht mehr gegessen werden. „Unsere Schweine werden jetzt ein Abfallprodukt“, sagt Wiedenmann entsetzt.
Seit drei Wochen lastet die Hiobsbotschaft schwer auf der siebenköpfigen Familie. „Anfangs konnten wir nicht schlafen“, berichtet Ehefrau Sonja Rabus-Wiedenmann. Es sind ethische Gründe, die sie schwer belasten. „Überall auf der Welt verhungern Menschen, und jetzt soll das Fleisch unserer Tiere auf dem Müll landen.“ Am Donnerstag wurden die ersten 160 Schweine abgeholt. „Ich wusste, sie fahren in die falsche Richtung“, sagt Raimund Wiedenmann. Denn die Tiere wurden nicht zum Schlachten nach Ulm gebracht, sondern „zur Abfallentsorgung“. Dagegen will sich der Landwirt wehren.
Mehr dazu lesen Sie in Ihrer Günzburger Zeitung.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: