Günzburg "Lust auf Originale?" stellt die Einladung zur Kunstausstellung in der Kreisklinik Günzburg die - freilich rhetorische - Frage an die Besucher. Denen aber steht der Sinn zunächst nach einer anderen Frage, nämlich: Warum musste diese große und renommierte Ausstellung des Kunstvereins "Off Art" aus den dafür bestens geeigneten Kellerräumen im sogenannten "Kunstbunker" weichen?

Grund ist der Brandschutz
Der Vorstand der Kreiskliniken, Dr. Volker Rehbein, begründet es mit "brandschutztechnischen Problemen". Ein Argument, das für den "Off Art"-Vorsitzenden Dr. Ralf Strassner etwas überraschend kommt, war bislang doch nur von "anderweitiger Nutzung durch die Klinik" die Rede. Aber sei's drum, vonseiten des Kunstvereins nimmt man das Angebot der Krankenhausleitung, die Ausstellung in Foyer und Gängen von Erdgeschoss und erstem Stock des Gebäudes stattfinden zu lassen, dankbar an.
Immerhin sind es über 100 Arbeiten, dazu, im Außenbereich der Klinik, bildhauerische Werke aus Holz, Bronze und Keramik, die Strassner zu den Rhythmen der Musikschule ankündigt. Allesamt Werke von "Off Art"-Mitgliedern, angereichert allerdings durch Künstler aus dem Raum Augsburg/Neu-Ulm/München. Um aber zusammen zu führen, was zusammengehört, nämlich die Kunst und ihren Betrachter, zum Zwecke einer "Kommunikation ohne Worte" wie es Landrat Hubert Hafner bei der Vernissage ausdrückte, ist ausgeprägtes Stehvermögen und eine gute Portion Wanderlust vonnöten. Der Weg ist weit und verzweigt. Doch durchaus lohnend. Es gibt viel zu sehen - falls ausgeschaltete Lichtquellen es mancherorts nicht erschweren.
Die Begegnung mit Öl-, Acryl-, Seiden- und Aquarellmalerei, mit Collage-, Foto-, Misch- und Digitaldrucktechnik, mit Eitempera, Linolschnitt, Buchdruck, Holzschnitt, Radierung und all den anderen Techniken der mehr als zwei Dutzend Künstlerinnen und Künstler ist eine Begegnung mit den vielfältigen Relationen zwischen Farbe und Form, zwischen Kunst und Künstlichkeit, zwischen dem wahren Leben und den Abstraktionen seiner Abgründe. Vielschichtig, farbig, atmosphärisch, von lebenszugewandter Sinnlichkeit bis zur Finsternis seelischer Zustände.
Der eine (Landrat Hubert Hafner) sieht es als "Medizin, die man bedenken- und kostenlos (was das reine Betrachten betrifft) zu sich nehmen kann", die andere (Künstlerin Anna Ottmann) unter dem Aspekt "es soll etwas passieren zwischen dem Betrachter und dem Werk".
Die Kunstausstellung "Galerie in der Klinik" im Kreiskrankenhaus Günzburg ist bis 18. September (Beginn der ARTIK-Ausstellung am selben Ort) täglich geöffnet von 10 bis 20 Uhr.
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