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02. Februar 2012 12:03 Uhr

Schulgeld

Landkreis übernimmt Teil, kürzt aber seinen Zuschuss

Sozialausschuss beschließt: 30 statt 50 Euro pro Monat für Schüler der Berufsfachschule für Altenpflege

Landkreis/Ursberg Die Menschen werden immer älter. Damit steigt zwangsläufig die Zahl derer, die im Laufe ihres Lebensabends auf Pflege angewiesen sind. Altenpflegerinnen und Altenpfleger werden deshalb mehr denn je gebraucht. Vor diesem Hintergrund wollten Kreisräte von SPD und Grünen im Ausschuss für Soziales, Familie und Senioren nicht ganz einsehen, warum junge Menschen, die sich – zum Beispiel an der Berufsfachschule für Altenpflege in Ursberg – zu Altenpflegern ausbilden lassen, auch noch Schulgeld bezahlen sollen. Nach längerer Debatte kamen die Mitglieder des Ausschusses überein, dass der Landkreis wie gehabt einen Teil des Schulgeldes übernimmt. Aber auch er kürzt seinen Zuschuss.

Der Freistaat Bayern fördert zwar weiterhin die Ausbildung an privaten Berufsfachschulen für Altenpflege – allerdings sind die Mittel dafür gekürzt worden. Im Oktober vergangenen Jahres hatten deshalb die Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Familie und Senioren die Staatsregierung aufgefordert, den sogenannten Schulgeldausgleich in Höhe von 200 Euro pro Schüler und Monat auch künftig zu bezahlen. Die Antwort der Landesregierung war negativ: Sie beließ es bei 150 Euro.

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Nicht nur die Staatsregierung gibt Zuschüsse zum Schulgeld, auch der Landkreis tut das. Und zwar in zweifacher Weise. 50 Euro pro Schüler und Monat steuert der Eigenbetrieb Altenheime für jene Altenpflegeschüler bei, die in einem der Kreisaltenheime als Azubis arbeiten. Weitere 50 Euro gab der Landkreis bislang aus seinem eigenen Etat für alle Schüler aus dem Landkreis – unabhängig davon, wo sie ihre schulische und praktische Ausbildung absolvierten.

Für die derzeit 16 Schülerinnen und Schüler an der Berufsfachschule für Altenpflege in Ursberg hat diese Regelung bedeutet, dass sie noch 20 Euro Schulgeld monatlich aus eigener Tasche berappen mussten. Die Landkreisverwaltung schlug nun vor, den Landkreiszuschuss von 50 auf 30 Euro zu kappen. Die Ursberger Schüler müssten also 40 statt 20 Euro pro Monat oder 440 statt 220 Euro pro Schuljahr selbst bezahlen. Das sei aus zweierlei Gründen zumutbar, erklärte Landrat Hubert Hafner. Zum einen seien die Altenpflege-Azubis mit einer Vergütung von 816, 877 und 977 Euro im ersten bis dritten Ausbildungsjahr vergleichsweise gut bezahlt, zum anderen entsprächen die 40 Euro in etwa dem, was auch in Altenpflegeschulen außerhalb des Landkreises an Schulgeld bei den Schülern hängen bleibe. Die SPD-Kreisräte Werner Gloning und Alfons Schier sowie Grünen-Kreisrat Harald Lenz plädierten dafür, den Zuschuss des Landkreises nicht zu kürzen, sondern so anzuheben, dass die Ursberger Schule für die Schüler komplett kostenlos ist. Als der Landrat auf die Mehrkosten verwies, sagte Schier: „Wir haben an anderer Stelle schon wesentlich höhere Mehrkosten durchgewunken.“ Die Mehrheit des Ausschusses sprach sich hingegen für einen Zuschuss von 30 Euro pro Monat und Schüler aus. Begrenzt ist diese Regelung vorab nur auf ein Jahr. (kai)

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