Samstag, 25. November 2017

04. Mai 2016 09:00 Uhr

A8

Macht der Beton die neue Autobahn zu laut?

Ein Gutachter bemängelt das Material, aus dem die A8 besteht. Die Autobahnbauer verteidigen ihr Vorgehen. Günzburg hofft indes auf neue Berechnungen. Von Florian Eisele und Rebekka Jakob

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Die Oberfläche der neuen A8 besteht aus Beton – darüber wunderte sich jüngst ein renommierter Gutachter.
Foto: Marcus Merk (Archiv)

In Günzburg sind es vor allem die Leinheimer, die unter dem Lärm der nahen Autobahn leiden – deutlich lauter sei es geworden, seit die A8 sechsspurig ausgebaut wurde. Bis Abhilfe kommt, wird es vermutlich noch Jahre dauern, sagte Oberbürgermeister Gerhard Jauernig am Montagabend in der Stadtratssitzung. Doch inzwischen wird auch an anderer Stelle Kritik am Autobahnlärm immer lauter – und es gibt hinweise, was die Ursache für den Krach sein könnte.

Diese Aussage ließ viele Anwohner entlang der A8 aufhorchen: Im Gemeinderat Zusmarshausen übte der Münchner Lärmschutzgutachter Gerhard Steger Kritik an der Oberfläche der neuen Autobahn. Der Experte, der in den vergangenen 25 Jahren viele Untersuchungen rund um Autobahnen und Bundesstraßen erstellt hatte, wunderte sich darüber, dass beim Bau der neuen A8 nicht offenporiger Asphalt – für gewöhnlich Flüsterasphalt genannt – sondern Waschbeton verwendet wurde. Warum das so war, „kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen“, sagte er. Steger war auf Einladung der Gemeinde Zusmarshausen in dem Gremium. Denn seit dem Ausbau der Autobahn gibt es auch hier immer wieder Beschwerden einiger Anwohner: Sie empfinden die Lärmbelastung als zu hoch. Die Autobahndirektion verweist auf die eingehaltenen Lärmschutzwerte.

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Vor allem im Zusmarshauser Ortsteil Streitheim findet die Diskussion mitunter hochemotional statt. Bürgermeister Bernhard Uhl ist sich nicht sicher, welche Schlüsse aus den Aussagen von Gutachter Steger zu ziehen sind: „Da kann man sicher mal nachfragen. Ich stehe wegen dem Lärmschutz ohnehin mit den anderen Kommunen entlang der Autobahn in Kontakt.“ Damit der Beton durch eine andere Schicht ersetzt wird, müsste die Kommune jedoch nachweisen, dass nicht der neueste Stand der Technik beim Bau verwendet worden war.

Energischer Widerspruch von den Autobahnbauern

In diesem Punkt widersprechen die Autobahnbauer der Pansuevia aber energisch. Robert Schmidt, der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, erklärt: „Wir haben uns für eine Bauweise mit Beton entschieden, weil das die robusteste Oberfläche ist. Das kommt auch dem Verkehrsteilnehmer zugute.“ Schließlich muss die Fahrbahn dann weit seltener ausgewechselt werden als bei einer Asphaltschicht – diese hat gemeinhin eine Lebenserwartung von zehn bis 15 Jahren. Bei Beton ist diese Spanne mehr als doppelt so hoch. Bis 2041 betreibt die Pansuevia die neue A8 – dass in dieser Zeit die Fahrbahnoberfläche gewechselt werden muss, erscheint als unwahrscheinlich. Lediglich über Brücken ist Asphalt verbaut. Qualitative Abstriche müsste man dabei nicht machen, sagt Schmidt: „Wir haben speziellen Porphyr-Splitt verwendet, damit es zu keiner Alkali-Kieselsäure-Reaktion kommen kann, was man gemeinhin als Betonkrebs bezeichnet.“ Auf den Lärmschutz wirke sich das nicht aus. Aber: Alle Grenzwerte seien eingehalten.

Erna Stegherr-Hausmann, die Bürgermeisterin von Adelsried, kann dieses Argument nicht überzeugen. Sie betont: Auch sie erreichen immer wieder Beschwerden, dass die neue Autobahn zu laut sei. „Als Anrainer-Bürgermeisterin ist es mir egal, wie oft man den Belag ausbauen muss. Für mich ist die wirtschaftliche Sichtweise zweitrangig und die Lebensqualität wichtiger.“ Wenn sie die Wahl hätte, hat sie eine klare Meinung: „Mir wäre es recht, wenn morgen der Beton gegen Asphalt ausgetauscht wird.“

Es wird sich wohl noch über Jahre hinziehen

Wie es nun weitergeht, ist unklar. Nach Angaben von Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig hat das Städtische Bauamt bereits mit einem Schallgutachter gesprochen – er soll ausloten, welches Vorgehen Erfolg haben könnte. Die Autobahndirektion Südbayern habe neue Berechnungen zum Thema Lärmbelastung zugesagt, so Jauernig.

Der Oberbürgermeister setzt auch auf die Zusammenarbeit mit den beiden Bundestagsabgeordneten Karl-Heinz Brunner (SPD) und Georg Nüßlein (CSU). „Das Ziel muss für alle A8-Anreinergemeinden sein, dass wir den von uns gewollten sechsstreifigen Ausbau der A8 so gestalten, dass das Leben in den angrenzenden Kommunen erträglich ist. Wir wissen aber, dass sich das vermutlich noch über Jahre hinziehen wird.“

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