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27. Januar 2010 19:00 Uhr

Mehr Passagiere, weniger Flugbetrieb

Günzburg Am Flugplatz im Günzburger Donauried werden bald größere und schwerere Maschinen starten und landen dürfen. Der örtliche Luftsportverein hatte beantragt, dass das Abfluggewicht von 2,5 auf 3,0 Tonnen - probeweise auf ein Jahr begrenzt - erhöht wird. Der städtische Bau- und Umweltausschuss stimmte dem zu. Dabei handelt es sich um eine Transportmaschine für die Fallschirmspringer. Von Georg Schalk

Mehr Passagiere, weniger Flugbetrieb
Foto: ALFA

Hintergrund ist der Wunsch des ansässigen Fallschirmsport-Clubs Schwaben, der mit einem neueren, größeren und leiseren Charter-Flugzeug mehr Fallschirmspringer auf einmal aufnehmen und in die Luft bringen möchte. Auf diese Weise werde die Zahl der Flugstunden und damit das Flugaufkommen verringert. Außer der neuen Maschine mit höherem Abfluggewicht soll kein zusätzlicher Flieger für solche Zwecke eingesetzt werden dürfen, beschloss das Gremium weiter. Außerdem dürfe nur an zwei von vier Wochenenden im Monat mit dieser Chartermaschine Fallschirmsprungbetrieb stattfinden.

Verbesserungen beim Lärm

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"Für den Landeplatz Günzburg soll ein Sprungbetrieb organisiert werden, der von der näheren Umgebung möglichst wenig wahrgenommen wird. Durch den Flugbetrieb mit solch einer Maschine könnten wir einige Verbesserungen bezüglich Lärmaufkommen erreichen", schreibt der Vorsitzende des Luftsportvereins Günzburg, Johann Britsch, in seinem Antrag ans Luftamt Süd. Der Verein ist "Platzhalter" des Areals im Donauried, der als "Sonderlandeplatz" geführt wird. Das Luftamt Südbayern bei der Regierung von Oberbayern hält es aus fachlicher Sicht für möglich, das beantragte Luftfahrzeug auf dem Günzburger Areal zu betreiben.

Der städtische Bau- und Umweltausschuss sieht den Antrag als Chance, "den Interessenskonflikt zwischen Sport einerseits und Ruhe in Wohngegenden andererseits zu lösen", wie es Oberbürgermeister Gerhard Jauernig formulierte. Der Rathauschef verhehlte nicht, dass es wegen des Flugbetriebs Beeinträchtigungen insbesondere für Bewohner der Mittelriedsiedlung gab und gibt. "Die Belästigungen durch Fluglärm waren Anlass für Beschwerden der Anwohner", teilte der Rathauschef mit. Jauernig: "Wir wollen beiden Interessen Rechnung tragen und den Versuch wagen."

Christian Dexle, Vorsitzender des in Günzburg beheimateten Fallschirmsport-Clubs Schwaben, war als Zuhörer zur Sitzung gekommen. Mit Zustimmung der Stadträte berichtete er, dass der Verein sich das neue Charter-Flugzeug vom Typ "Pilatus Porter" mit Eggenfelden (Niederbayern) teilen werde. Das sei vertraglich so festgelegt. "Wir rechnen mit 180 Flugstunden pro Saison mit der neuen Maschine statt 300 Flugstunden mit unserer bisherigen Cessna", so Dexle.

Das Votum des Bau- und Umweltausschusses fiel einhellig aus. "Ich sehe das nur positiv", meinte Dr. Thomas Ermer. Es komme nicht darauf an, wie schwer eine Maschine sei, sondern wie laut, so der CSU-Mann. Keine lässt sich gerne über die Kaffeetasse fliegen", meinte Berthold Feil (UWB). "Schau mer mal, wie ehrlich das praktiziert wird."

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