Landkreis Notfalls gehen sie ins Gefängnis: Martin und Christoph Sauter aus Ebershausen und Biobauer Hubert Krimbacher aus Ettenbeuren gehören zu den über ein Dutzend Impfrebellen im Landkreis, die ihre Tiere nicht gegen die Blauzungenkrankheit (BT) spritzen lassen wollen. Die Impfung ist Pflicht. Wer der nicht nachkommt, dem droht ein Zwangsgeld. Von Maximilian Czysz
Das Landratsamt hatte die Rinderhalter mehrmals aufgefordert, der Impfpflicht nachzukommen. Sauter wurden bereits 25 000 Euro angedroht oder ersatzweise Beugehaft. Er will es zusammen mit seinem Sohn Christoph darauf ankommen lassen. Denn: "Wir wollen es den Tieren und den Abnehmern nicht zumuten."
Zweifel an der Existenz des Virus
Konkret heißt das: Die Landwirte befürchten, dass ihre Tiere Schaden nehmen und sie dementsprechend ihre Lebensmittel vergiften. Christoph Sauter kritisiert, dass es keine Studie gebe, die nachweist, dass die Impfung tatsächlich wirksam ist. Er bezweifelt, dass der Virus überhaupt existiert. Ein Landwirt aus dem Landkreis Aichach-Friedberg, der sich ebenfalls gegen die Impfung seiner Tiere verwehrt, hält die Pflicht "für einen großen Skandal in der bayerischen Veterinärgeschichte".
Wirtschaftlicher Schaden größer als durch die Krankheit
Christoph Sauter hat von einem Landwirt aus Norddeutschland erfahren, dass der wirtschaftliche Schaden durch die Impfung größer sei als durch die Krankheit. Gewinner seien am Ende nur die Hersteller des Impfstoffs.
Dass Tiere Schaden nehmen, hat Bio-Bauer Hubert Krimbacher selbst erfahren: Nach der ersten von drei Impfungen habe er Fruchtbarkeitsstörungen festgestellt, Tiere hätten nach der Geburt weniger Milch gegeben. Traurige Folge seien außerdem zwei Fehlgeburten gewesen. Ein Kalb sei gestorben, weil es nicht mehr saufen konnte. Krimbacher ist stinksauer: "Mit der Impfung werden die Tiere vergiftet."
Der Chemie-Cocktail im Impfstoff - unter anderem Aluminiumhydroxid und Quecksilber (siehe Interview) - sei hochgradig giftig. Und er sei gentechnisch verändert - das sei dem Bio-Bauer zunächst verschwiegen worden. Krimbacher fragt sich, warum die Impfung nicht jedem überlassen bleibt - schließlich trage jeder Landwirt am Ende selbst das Risiko. Angeblich werde nun in Baden-Württemberg dazu übergegangen: Der Bauer verpflichtet sich, für Schäden selbst aufzukommen.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: