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29. Dezember 2009 04:40 Uhr

Mögliche Wiederbelebung des historischen Stadtbachs

Günzburg Der Tagesordnungspunkt klang wenig prickelnd und etwas kompliziert: "Entwurf der 3. Änderung des Bebauungsplans Nr. 3.2 ,Mengele-Areal' (Gebäudestruktur Südost)". Damit hatte sich der Bauausschuss des Günzburger Stadtrates noch kurz vor Weihnachten zu befassen. Doch dahinter verbarg sich ein Thema, das bei einigen Günzburgern auf großes Interesse stoßen dürfte: Es ging um die Wiederherstellung des historischen Stadtbaches.

Dieser Stadtbach sei vor etwa 40 Jahren verrohrt worden, berichtete Heinrich Pirschle (SPD). Das Bachbett wurde zugeschüttet, zum Teil überbaut, und ist heute auf dem ehemaligen Mengele-Fabrikgelände - auf einem Teil davon steht der V-Markt - nicht mehr zu erkennen.

Die Stadt hat das ehrgeizige Ziel, diesen Wasserlauf wiederherzustellen. Wasser sei Leben, und die Chance, mit einem solchen Wasserlauf ein neues Wohngebiet attraktiver zu machen, dürfe nicht vergeben werden, so die einhellige Meinung im Bauausschuss.

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Das Gremium hatte in seiner Sitzung Ende Juli die Verwaltung beauftragt, die Anlage eines Wasserlaufes zu prüfen. Die Stadtverwaltung beauftragte anschließend das örtliche Ingenieurbüro Degen, das sich mit der Frage befassen sollte. Die Ergebnisse lagen dem Ausschuss in seiner Dezember-Sitzung vor.

Technisch möglich

"Die Überprüfung hat ergeben, dass die Anlage des Wasserlaufs technisch möglich und auch bei der zur Verfügung stehenden Fläche machbar ist", lautet das Fazit der Stadtverwaltung. Sie schlug dem Bauausschuss eine Variante vor, die die Möglichkeit bietet, "den historischen Stadtbach in leicht veränderter Lage auf einem nennenswerten Stück wieder erlebbar zu machen und nicht nur in Fragmenten". Die Verbindung mit dem Stadtbach durch das offene Grabenprofil könne zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Das Gremium nahm den Vorschlag dankend an.

"Wir sind sehr erfreut über diese Vorlage", stellte Dr. Thomas Ermer (CSU) fest. Die Vorplanungen beinhalteten auch die Breite und Anbindung eines Radweges durch das Wohngebiet, das auf dem ehemaligen "Mengele-Areal" entstehen soll. Die neuerliche Planung stelle gegenüber der vorherigen eine wesentliche Verbesserung dar, so Ermer. Angesichts der Investitionskosten von 268 000 Euro für den Wasserlauf sei das Vorhaben "extrem ehrgeizig", meinte der CSU-Mann. Dennoch müsse man sich die Option offen halten. Ermer: "Das wäre ein rundes Konzept."

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig räumte ein, dass die Stadt den Wasserlauf hier in den nächsten Jahren aus finanziellen Gründen nicht realisieren könne. "Städtebaulich müssen wir das Projekt als höheres Ziel ansehen, wir vergeben uns dabei nichts", meinte der Rathauschef. Der Projektentwickler, der das neue Wohnquartier hinter dem V-Markt in Angriff nehmen will, halte den Wasserlauf für eine Aufwertung, er sei kein Handicap für ihn, so der OB. Offen ist, wer für welche Kosten aufkommt.

Johann Briegel (FWG/GBL) bezeichnete die Vorlage ebenfalls als "sehr erfreuliche Planung". "Wir brauchen eine Vision für den Stadtbach", so Briegel. Er schlug vor, beim weiteren Vorgehen an die Regenwasser-Nutzung und eine Überleitung zu bestehenden Wasserläufen in der Umgebung zu denken.

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