Ein friedlicher, fröhlicher
Umzug
, Wagenbauer, die Verständnis zeigen und ihre laute Musik zurückdrehen: Eigentlich hätte der
Kötzer
Faschingsumzug
wieder ein echtes Musterbeispiel dafür sein können, wie es im
zugehen sollte: bunt und lustig statt ausschweifend und alkoholgetränkt. Bis dann das Faschingstreiben nach dem
Umzug
schief lief. Kurz nach 18 Uhr haben die Veranstalter die Feier abgebrochen.
"Der Faschingsumzug war gut organisiert und verlief sehr geordnet", heißt es im Bericht der Günzburger Polizei. Die Wagenbauer hätten sich an Vereinbarungen und Auflagen gehalten und Aufforderungen nachgekommen, zu laute Musik zu reduzieren.
Doch nach dem Umzug in der Günzhalle und auf dem angrenzenden Festplatz, die beide sehr gut besucht waren, kippte die Stimmung. "Mit steigendem Alkoholkonsum entstand innerhalb kürzester Zeit eine aggressive Stimmung und Gewaltbereitschaft", so Dieter Blösch von der Günzburger Polizei. Rangeleien und Rempeleien drohten zu eskalieren, Polizei und Sicherheitsdienst mussten unzählige Male schlichten und Platzverweise erteilen. Eine tätliche Auseinandersetzung mit Körperverletzung zwischen zwei 18-Jährige wurde angezeigt.
"Wir rechnen es den Veranstaltern hoch an, dass sie sich von sich aus dafür entschieden haben, die Veranstaltung abzubrechen", betont Blösch. Ab 18.30 Uhr ging also in der Halle die Musik aus und es wurde auch nichts mehr zu Trinken ausgeschenkt. "Innerhalb einer Stunde hat sich dann alles aufgelöst", so der Polizeihauptkommissar.
"Schade, einfach nur schade", findet Werner Sauter, Präsident des Kötzer Narren Clubs, das unschöne Ende des "ansonsten tollen Umzugs". Zusammen mit seinen Vorstandskollegen hatte er die Entscheidung getroffen, die Feier zu beenden. Die Gäste hätten die Günzhalle und das Gelände friedlich und gesittet verlassen, hat der KNC-Chef beobachtet. "Wir haben zum richtigen Zeitpunkt aufgehört. Und eine Stunde später wäre ja sowieso Schluss gewesen", sagt Sauter.
Später am Abend sei er noch mit Präsidenten anderer Faschingsvereine zusammengesessen - mittlerweile sind alle Veranstalter etwas besorgt, dass es auch bei ihnen Ärger geben könnte. "Wir haben ja alle mitbekommen, wie es in Offingen zugegangen ist." Wie berichtet, war es nach dem Offinger Umzug zu mehreren Schlägereien gekommen. Von Rebekka Jakob