Waldstettens Verschuldung ist vergleichsweise gering. Trotzdem kann sich die Gemeinde nicht alles leisten
Waldstetten „Der Markt Waldstetten kann nicht nur in finanzieller Hinsicht beruhigt in das neue Jahr gehen“, das sagte Bürgermeister Emil Konrad bei der Bürgerversammlung. Die rund 50 Interessierten – darunter fast der komplette Gemeinderat – erfuhren, dass die Pro-Kopf-Verschuldung der 1250 Einwohner zählenden Marktgemeinde bei 127 Euro liegt. Dennoch warnte der Bürgermeister nicht nur in Zusammenhang mit der Anfrage eines Bürgers nach eventuellen Plänen für eine Revitalisierung des Ortskerns (siehe eigener Bericht) vor allzu großen Wünschen: „Die Gemeinde kann sich nicht alles leisten.“
Rund 1,9 Millionen Euro setzt die Marktgemeinde Waldstetten heuer um, wobei eine knappe Million auf den Vermögenshaushalt entfällt, aus dessen Mitteln investiert werden kann. So sind für die Heizungsinstallation im Rathaus knapp 34 000 Euro eingeplant, mit knapp 26 000 Euro schlagen der Grunderwerb für das Gewerbegebiet Hausener Straße und der damit verbundene Straßenbau zu Buche.
Für die Breitbanderschließung rechnet Konrad mit Kosten in Höhe von insgesamt 171 000 Euro, wobei 100 000 Euro Zuschuss zu erwarten sind. Der Auftrag an die Telekom wurde im Dezember 2010 erteilt, innerhalb von zwölf Monaten sollte laut Telekom DSL mit einer Übertragungsrate bis zu 16000 kbits/s zur Verfügung stehen. Allerdings musste Konrad bei der Bürgerversammlung bekannt geben, dass es mit der Breitbanderschließung nicht wie gewünscht klappt, Waldstetten müsse mit einer Verzögerung von drei Monaten rechnen.
Die Mühlstraße soll bald fertig sein
Bald fertig sein soll hingegen der Ausbau der Mühlstraße, der Ende August begonnen wurde. Geteert wurde am Tag der Bürgerversammlung, jetzt fehlen nur noch die Randsteine. Als Erschließungsstraße für den von den Bayerischen Elektrizitätswerken (BEW) initiierten Neubau der Fischaufstiegshilfe bei der Günzstaustufe Waldstetten sei der Mühlweg durch die vielen Lastwagen arg strapaziert worden, sagte Emil Konrad, sodass sich die Marktgemeinde mit der Bitte um einen Sanierungsvorschlag an die BEW wandte.
Von Kosten in Höhe von 70000 Euro ging man in Waldstetten aus, die BEW sagten 30000 Euro zu. Weil allerdings der Marktgemeinderat nach einer Ortsbesichtigung beschlossen hat, die Ausbaustrecke wegen des schlechten Zustands der Mühlstraße zu verlängern, werden laut Bürgermeister die vorgesehenen 70000 Euro nicht ausreichen.
Investitionen in die Freiwillige Feuerwehr
Dass die Feuerwehr der Marktgemeinde etwas wert ist, zeigt eine Reihe kleinerer und größerer Investitionen: Ein Notstromaggregat wurde beschafft, ebenso 17 Schutzhelme und ein Mannschaftswagen für 53000 Euro, dessen Kauf mit 12000 Euro bezuschusst wurde. Vor wenigen Tagen haben die Rohbauarbeiten für das neue Feuerwehrgerätehaus und den gemeindlichen Bauhof an der Hausener Straße begonnen.
Insgesamt 450000 Euro gibt der Markt für diese Baumaßnahmen aus, wobei ein Zuschuss von der Bezirksregierung in Höhe von 93000 Euro schon zugesagt ist.
Weil für einen Schlauchtrockenturm keine Förderung in Aussicht steht, wird das neue Gerätehaus ohne eine solche Anlage gebaut. Die Waldstetter Wehr kann nach wie vor den Schlauchtrockenturm im benachbarten Ichenhausen kostenlos nutzen. Über die Anschaffung einer ebenfalls nicht zuschussfähigen Schlauchpflegeanlage könne man später nachdenken, so Bürgermeister Konrad.
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