Beim zehnten Energie-Info-Tag geht es vor allem um eines: Das Energie sparen

Günzburg Oldies in der Plattensammlung sind in Ordnung. Im Heizungskeller oder in Gestalt von Fenstern, Rollladenkästen und ungedämmten Dachböden sind sie problematisch, weil sie entweder zu viel Energie verbrauchen oder zu viel Wärme nach draußen abgeben. Energiebewusstes Bauen, Wohnen und Sanieren sind angesagt – und das nicht erst seit heute. Schon zum zehnten Mal organisierte der Arbeitskreis Bauen, Wohnen und Energie der Lokalen Agenda 21 der Stadt Günzburg den Energie-Info-Tag. Von Beginn an war diese Messe ein Besuchermagnet. Dieses Jahr waren am vergangenen Samstag in der Grundschule Südost viele jüngere Paare zu sehen.
Zur Eröffnung stellte Oberbürgermeister Gerhard Jauernig für eine Energiewende vor Ort drei Dinge in den Mittelpunkt: „Einsparen, Erzeugen und Speichern von Energie.“ Deshalb hätte die Stadt Günzburg auch ein Energiekonzept in Auftrag gegeben, verbunden mit dem Willen zur Umsetzung. Für „gut gemachtes Energiesparen“ plädierte Landrat Hubert Hafner und stellte fest: „Das zehnjährige Jubiläum des Energie-Info-Tages spricht für das Konzept und für das Interesse der Bürger.“ Jeder müsse sich mit seinem Energieverbrauch und CO²-Ausstoß auseinandersetzen.
„Unser Arbeitskreis hat keine Feigenblattfunktion, sondern bietet Information und Beratung in der Theorie bis hin zur Praxis auf der Baustelle“, freute sich Arbeitskreis-Sprecher Werner Hensel. „Was sich die Weltklimakonferenz vornimmt, verwirklicht sich in den Häusern von Günzburg, der Energie-Info-Tag leistet oft den letzten, aber entscheidenden Anstoß.“
Beim Rundgang durch die Schul-Aula, die sich für fünf Stunden in eine kleine, aber feine Messehalle mit 21 Ausstellern und etlichen Fachvorträgen verwandelt hatte, fielen Neuheiten in der LED-Beleuchtungstechnik ins Auge. „80 Prozent geringerer Verbrauch an Energie und absolut industrietauglich“, verspricht die Firma ADT aus Ichenhausen. Bei Erdgas Schwaben machte ein Modell eines Stirling-Motors ordentlich Power, als Mini-Blockheizkraftwerk im Keller mit Anschluss an das Erdgasnetz würde er für Wärme und Strom sorgen. Überzeugte Ausstellerin und als Arbeitskreis Mitglied von Anfang an dabei ist Annemarie Zimmermann, vom gleichnamigen Heizungs- und Sanitärbetrieb in Burgau: „Die hier geknüpften Kontakte sind wertvoll, das ist eine kleine und fachbezogene Plattform, die Besucher hier haben ein ganz spezielles Interesse“.
In dieselbe Kerbe schlägt ein paar Stände weiter Ivo Seidler aus Günzburg: „Hier können wir die Bürger nachdenklich machen und sensibilisieren.“ Überhaupt seien Häuslebauer oder –sanierer heute sehr gut vorinformiert. Zuerst Googeln, dann zum Handwerker gehen, sei der normale Weg. Energieberater Manfred Serek aus Wiesenbach schaut sich als Erstes das zu sanierende Haus ganz genau an: „Außen, innen, Heizungskeller, Dachboden, Kellerdecke werden im Istzustand erfasst, Wünsche Wirtschaftlichkeit, Förderung, Machbarkeit und nicht zuletzt die Optik beeinflussen dann den Sollzustand.“ Vor Ort sind auch die Finanzprofis von der Volksbank Günzburg, sie kennen sich mit verbilligten Darlehen und Zuschussmöglichkeiten aus. Lüftungstechnik ist zu sehen oder ein gedämmter Rollladenkasten, Heizkamine und ein Ölbrennwertkessen. Nebenan setzt Florian Röger aus Günzburg auf Gasbrennwertsysteme oder Solaranlagen.
Adressen geschrieben hat schon Alexander Schmidt aus Denzingen: „Wer nicht an das Erdgasnetz angeschlossen ist, kann sich einen Flüssiggas-Behälter mieten und bei sich aufstellen. Abgerechnet wird das Flüssiggas dann monatlich oder man kauft wie beim Heizöl einmal im Jahr und tankt voll.“ „Viel neues Publikum“ meinte Aussteller Lothar Böhm von Bantleon im Vergleich zu den vergangenen Jahren zu sehen. Er ist als Energieanbieter für Gas, Strom, Heizöl und Pellets da. Und was sind nun die Oldies im Heizungskeller? „Jede Pumpe, die ungeregelt ist, also keine elektronische Steuerung hat“, erklärt Ralf Gebhart von der Firma Biral, der extra für das Top-Thema des Energie-Info-Tages aus München gekommen ist. „Alte Heizungspumpen laufen immer und verbrauchen 40 Watt, die geregelten erkennen, ob Heizkörper aufgedreht sind oder nicht. Im Ruhezustand verbrauchen sie fünf Watt. Kostenpunkt: Rund 300 Euro mit Einbau.“
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