Nach nur zwei Monaten Vorbereitung leitet Dirigent Benjamin Markl erstmals sein Kötzer Orchester

Kötz Nur zwei Monate waren dem neuen Dirigenten des Blasorchesters Kötz Benjamin Markl für die Vorbereitung auf das vorweihnachtliche Benefizkonzert am Sonntagabend gegönnt. Das Debüt des Orchesterleiters konnte sich hören lassen. Mit großer Spielfreude bewältigten die 50 Musiker unter seiner Leitung anspruchsvolle Blasmusikwerke mit Bravour und wurden dafür in der Kirche St. Peter und Paul in Großkötz mit großem Beifall belohnt.
Das Konzert begann und endete gleichsam mit einem Paukenschlag. „Festmusik der Stadt Wien“ von Richard Strauss und „Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd Webber lebten von opulenten Crescendi aus ruhigem, behutsamem Adagio heraus. Gewaltige Schlussakkorde blieben gefühlt im Kirchenraum stehen.
Von ganz anderem Charakter zeigte sich „Choralia“ von Bert Appermont. Die einleitend langsame Melodieführung durch Flügel-, Waldhörner und Posaunen strebte in vervielfältigende Instrumentierung übergehend einem Höhepunkt zu, um dann wieder in ruhiges und tiefes Fahrwasser zurückzukehren. Ähnlich interpretiert wurde „Musik für Michaela“ vom tschechischen Komponisten Pavel Stanek. Hörner und Saxofone nahmen die Melodie einfühlsam auf und wechselten sich mit den Hölzern in Variationen ab. Schlicht, fast melancholisch anmutend, jedoch vorweihnachtlich feierlich, war die Melodieführung im „Adagio“ von Johann Sebastian Bach.
In „Ye Banks and Braes O´Bonnie Doon“ von Percy Aldridge Grainger gelang es der Kapelle, ein eindrucksvolles Bild der schottischen Highlands zu zeichnen. Über Hügel schwebte wellenartig das Orchester. Nicht weniger emotional malten Hörner und Hölzer in schlichter Melodie die Schönheit der englischen Grafschaft York in „Yorkshire Ballad“.
Die einzige direkte Referenz an die Adventszeit war eine Fantasie über „Es ist ein Ros entsprungen“ von Albert Loritz. Ausgehend vom bekannten harmonischen Chorsatz eröffnete das Schlagwerk unerwartet den Einstieg in eine Vielzahl von Variationen und Verfremdungen in verschiedenen Lagen und Registern. Das Orchester ließ sich dabei vom Dirigenten Markl so behutsam führen, dass bei aller Polyfonie sich jedes Instrument wohlklingend präsentieren konnte und sich schließlich alle Instrumente zu einem gewaltigen und harmonischen Schlusschor vereinigten.
Die Feststellung von Vorsitzendem Ludwig Wörle am Schluss des Konzertes: „Es war ein wunderschönes Konzert!“, wurde durch den großen Beifall des Publikums bekräftigt. Kirchenpfleger Roland Kober drückte seine Freude darüber aus, dass der Erlös des Konzertes wie in den Vorjahren wieder dem Neubau des Kindergartens zugutekommt.
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