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06. Februar 2012 12:10 Uhr

Kirche

Pfarrer Oblinger verlässt Ichenhausen

Seelsorger übernimmt die Pfarreiengemeinschaft Lindau. Wechsel habe nichts mit Publikationsverbot zu tun

„Es ist schade, dass in den vergangenen Wochen verschiedene Seiten versucht haben, einen Keil zwischen Bischof Zdarsa und mich zu treiben.Pfarrer Georg Alois Oblinger

Ichenhausen Für viele Gottesdienstbesucher in Ichenhausen war es gestern ein Paukenschlag. Stadtpfarrer Georg Alois Oblinger teilte den Gläubigen mit, dass er Ichenhausen im Sommer verlassen wird. Am Mittag informierte das Bischöfliche Ordinariat in einer Pressemitteilung die Öffentlichkeit. Bischof Konrad Zdarsa hatte Oblinger vor Kurzem ein Publikationsverbot erteilt. Der Ichenhauser Seelsorger hatte unter anderem jahrelang für die rechtsgerichtete Wochenzeitung Junge Freiheit geschrieben. Dies war dem Bistum Augsburg ein Dorn im Auge.

Bistums-Pressesprecher Markus Kremser wies auf Anfrage der GZ darauf hin, dass Oblingers Wechsel nach Lindau mit der Diskussion um die publizistische Tätigkeit des Pfarrers „überhaupt nichts zu tun“ habe. Die Stelle in Lindau sei bereits im vergangenen Jahr ausgeschrieben gewesen. Und Pfarrer Oblinger, so Kremser, habe sich bereits vor der aktuellen Diskussion beworben.

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In der Pfarreiengemeinschaft sind die Meinungen über den Weggang des Pfarrers offenbar geteilt. „Es gibt viele Kirchgänger, denen eine erzkonservative Haltung gefällt“, sagt Alois Krausenböck. Er ist Vorsitzender des Pfarrgemeinderates Deubach-Ebersbach und Moderator des Seelsorgeteams in der Pfarreiengemeinschaft Ichenhausen. „Wir haben uns mit Pfarrer Oblinger arrangiert, er hätte durchaus bleiben können“, sagt Krausenböck. Er schätzt es, dass Oblinger sehr fleißig sei. Es habe allerdings alles nach seinem Willen gehen müssen.

Pfarrer Oblinger, der gestern nicht für eine Stellungnahme erreichbar war, ist seit 2004 Leiter der Pfarreiengemeinschaft Ichenhausen. Am 1. September übernimmt er die Pfarreiengemeinschaft (PG) Lindau. Oblinger freut sich laut Pressemitteilung auf die neue Aufgabe, die Bischof Dr. Konrad Zdarsa ihm übertragen hat. Er bedauere, dass der Bischof wegen einer internen Personalentscheidung in die Kritik einiger Kreise geraten sei. Pfarrer Oblinger sagt: „Es ist schade, dass in den vergangenen Wochen verschiedene Seiten versucht haben, einen Keil zwischen Bischof Zdarsa und mich zu treiben. An der Loyalität gegenüber meinem Bischof habe ich nie einen Zweifel aufkommen lassen.“ Dies sei ein zentraler Punkt gelebter Katholizität.

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