Die Psychiatrische Institutsambulanz am BKH hat nun endlich ein eigenes Gebäude Von Georg Schalk

Günzburg Nach nur achtmonatiger Bauzeit ist am Freitag die Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) des Bezirkskrankenhauses (BKH) Günzburg eingeweiht worden. Dort werden pro Quartal etwa 2000 Menschen ambulant behandelt, die wegen der Art, Schwere oder Dauer ihrer psychiatrischen Erkrankungen eine solche besonders krankenhausnahe Versorgung benötigen. Vor etwa einem Jahrzehnt waren es nur halb so viele.
Bis vor wenigen Wochen war die PIA, die es am BKH Günzburg seit 1988 gibt, schräg gegenüber im Haus 22 untergebracht. Für den Neubau – das Haus 27 – war es offensichtlich höchste Zeit. „Es gab im alten Gebäude keinen Platz mehr. Zwölf Pflegekräfte, die für 340 Patienten zuständig sind, teilten sich zwei Büros. Da war effizientes Arbeiten infrage gestellt“, blickte Heike Häfele von der Pflegeleitung der PIA gestern im Festsaal des BKH zurück. „Und das, obwohl die Nachfrage nach unseren Diensten stetig steigt“, ergänzte Häfele, die den Umzug federführend organisierte. Seit 23. April herrscht im neuen Ambulanzgebäude „Vollbetrieb“, berichtete der PIA-Leiter Dr. Jürgen Schübel.
Ziel der Einrichtung und seiner Mitarbeiter ist es, psychisch kranke Menschen zu begleiten, damit sie ausreichend Stabilität, Sicherheit und Selbstständigkeit erreichen. Die zentrale Aufgabe der PIA besteht darin, Krankenhausaufnahmen zu vermeiden sowie stationäre Behandlungszeiten zu verkürzen. „Wir behandeln inzwischen mehr als doppelt so viele Patienten ambulant als in den Betten“, sagte Thomas Düll, der Vorstandsvorsitzende der Bezirkskliniken Schwaben. Die psychiatrischen Krankenhäuser schafften es gar nicht mehr, genügend Kapazitäten für stationäre Aufenthalte zu bieten. „Wir sind komplett überbelegt“, so Düll. Auch gebe es nicht genügend Fachpersonal. Der Zulauf sei ungebrochen. „Vor diesem Hintergrund sind wir beinahe gezwungen, die Versorgung beispielsweise bei Demenz und Depression noch mehr auf das ambulante Umfeld zu konzentrieren.“ Dabei setzt man laut Düll auf eine enge Verzahnung mit den niedergelassenen Ärzten.
Dabei hat die Klinik das ambulante PIA-Angebot längst „in die Fläche hineingetragen“, wie Leiter Schübel meinte. Inzwischen würden Außensprechstunden in Ursberg, Illertissen und Wertingen angeboten.
Das zweigeschossige Gebäude in Ständerbauweise hat 2,2 Millionen Euro gekostet. Es befindet sich an der westlichen Ringstraße und bietet moderne Behandlungsplätze sowie Gruppentherapieräume.
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