Der Rathauschef darf sich erholen, die Burkhardia übernimmt in Jettingen-Scheppach die Macht

Jettingen-Scheppach Seit Sonntag hat die Faschingsgesellschaft Burkhardia die Macht in Jettingen-Scheppach übernommen. Für Bürgermeister Hans Reichhart hatten sich die Narren etwas Besonderes überlegt: Damit der Rathauschef wieder Kraft schöpfen kann, bekam er von der Faschingsgesellschaft ein kleines Wellness-Paket geschnürt.
Der Faschingsverein zog in Begleitung der Musikkapelle Jettingen, dem Trommler, den Fähnrichen, dem Hanswurst und dem Komitee, in einem kleinen Festzug, vom Vereinsheim Gasthof Sonne zum Rathaus. Etwa 50 Besucher begrüßten den Zug am Rathausvorplatz.
Windräder für die Besucher
Am Rathausplatz wurde am Sonntag nur schwäbisch gesprochen und das noch in Reimform. Bürgermeister Hans Reichhart meinte von Politik ihr „liabe Leit, erzähl i blos was ganz kurzes heit, etwas was mir liegt im Maga. A groß Uglick isch passiert, de ganz Welt war elektrisiert. Dr Strom soll nemme komma nuklear, gwekselt wird auf Sonna, Bio ond of Wend sogar.“ Nach seinem Vortrag verteilte der Rathauschef kleine Windräder an die Kinder und Anwesenden.
Danach übergab das Gemeindeoberhaupt die Schlüssel des Rathauses an die Faschingsgesellschaft. Ein Wiedersehen gibt es erst nach dem Fasching am Aschermittwoch.
Den drei Fähnrichen wurde die Faschingsfahne übergeben, jeder durfte sie mal schwingen. Hanswurst Tobias Seibold erhielt den aus Teig gebackenen Rathausschlüssel. Der Hanswurst meinte in seiner Rede, – natürlich ebenfalls in Schwäbisch gehalten – dass er nun die Amtsgeschäfte übernehmen werde, das bisschen Rathausgeschäft werde er schon schaukeln. Am Aschermittwoch kann ja dann der Bürgermeister alles wieder ausbaden. Mit dem Schlachtruf „Narade juhu“ verabschiedete sich der Hanswurst und die Präsidentin der Burkhardia, Nicole Korrenz, übernahm das Wort. Sie ließ das vergangene Jahr Revue passieren.
Viel Wasser gab es 2011 in Jettingen-Scheppach beim Maibaumfest, FCA Spiel und bei vielen anderen Veranstaltungen. Zudem wurde um die Belegung der Turnhalle heiß diskutiert. Sie meinte, mit solchen Lappalien sollte man den Rathauschef nicht konfrontieren, schließlich sei er bei der Bürgerversammlung kraftlos und erschöpft gewesen. Drum hat sich das Komitee überlegt, wie man dem Rathauschef ein Wellness–Paket schnüren kann, damit er neue Kraft schöpfen kann. Schnell waren ein Schaukelstuhl, ein Gehörschutz und eine Augenbinde auserkoren. „Hans, jetz isch endlich a Ruah, bis Aschermittwoch isch des Rathaus Gott sei dank zua, ond du Hans, du hasch jetzt frei, viel Spaß bei der Schaukelei“, so die Burkhardia Präsidentin Nicole Korrenz.
Fähnriche zogen zum Pfändern
Danach zogen die Fähnriche Michael Baur, Rolf Öchsler und Oberfähnrich Markus Häusler von Haus zu Haus zum Pfändern. Am Aschermittwoch wird durch die Fahnenrückgabe an den Bürgermeister das Amt der Fähnriche beendet. Dabei zieht ein kleiner Zug aus Blasmusik, Fähnrichen, Hanswurst, Trommler und dem Fasnachtskomitee von der seit jeher bekannten Fasnachterwirtschaft, dem Gasthof Sonne zum Rathaus.
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