Hans Sadler aus Ichenhausen ist einer von drei Musikern in der Region, die auch mit 80 noch aktiv in einer Kapelle spielen

Ichenhausen Für Vollblutmusiker gibt es kein Rentenalter – den Beweis dafür liefert der Ichenhauser Hans Sadler. Vergangene Woche feierte er seinen 80. Geburtstag und ist damit einer von nur drei Musikern im ASM-Bezirk Günzburg, der noch aktiv in einer Kapelle mitspielt.
Seit 63 Jahren spielt Sadler Klarinette und Saxofon und genießt höchstes Ansehen und größten Respekt. Seine Musikerkollegen schätzen dabei besonders seine bescheidene und stets ruhige Art, die er sich seit Beginn seiner musikalischen Laufbahn in der Nachkriegszeit bewahrt hat. Als „Erzgebirgler“ hat Hans Sadler die Musik förmlich im Blut. Das Klarinettenspiel erlernte er bei seinem elf Jahre älteren Bruder Josef, mit dem er auch eine sehr enge und harmonische Freundschaft pflegte. „Die Sadlers“ als Klarinettisten verpflichten zu können, war für die Orchester der Region immer ein großer Gewinn.
Seit 1951 ist Hans Sadler eine feste Institution in der Stadtkapelle Ichenhausen. Unter dem in Blasmusikkreisen noch heute verehrten Anton Ulbrich als Dirigent begann Sadler dort seine Karriere, der auch beim Konzertverein Burgau mit Sadler zusammenarbeitete. „Das war meine schönste Zeit bei der Musik“, sagt der Jubilar. Man intonierte allerfeinste Konzertmusik auf allerfeinstem Niveau. „In Burgau waren die sogenannten Nachproben immer ein ganz besonderes Erlebnis“, berichtet der begeisterte Holzbläser. Lustig sei es aber eigentlich immer und überall gewesen, wo man Musik gemacht habe, so Sadler weiter. Er habe auch nie Noten oder Instrument vergessen, wie es einigen Kollegen ab und an im Eifer des Gefechts passiert sei.
Das kann auch Thomas Seitz bestätigen, der die Stadtkapelle Ichenhausen von 2002 bis 2010 leitete: „Hans ist so unglaublich zuverlässig und ehrlich. Es war wirklich eine Freude und Ehre, mit ihm zusammen musizieren zu dürfen.“
Sadlers Frau Luise bringt viel Verständnis und Geduld für die Leidenschaft ihres Mannes auf. Sie stand auch dann immer hinter „ihrem Musiker“, als dieser zusätzlich zu seinen Kapellen in Burgau und Ichenhausen in Autenried aushalf und vor allem im Fasching mit seiner Fünf-Mann-Band so manchen Ball zum Erlebnis machte. Als Tochter Petra zur Welt kam, reduzierte Sadler seinen musikalischen Einsatz jedoch, um ein ebenso guter Vater wie Musiker zu werden.
Flügelhornist Roland Wrana sagt über seinen Musikerkollegen: „Hans ist für alle ein großes Vorbild – sei es rund um Auftritte und Proben, bei denen er so gut wie niemals fehlt, oder in Sachen Kameradschaft. Er steht den Kollegen und dem gesamten Orchester stets mit Rat und Hilfe zur Seite. Altersbarrieren kennt er nicht.“ Rainer Baumgartner, Vorsitzender der Stadtkapelle Ichenhausen, fügt hinzu: „Hans war und ist ein tragendes Bindeglied zwischen den Generationen und für uns ein ebenso wichtiges wie sympathisches Kapellenmitglied.“ Auch an der Verleihung der Pro-Musica-Plakette für die Kapelle hatte Sadler großen Anteil. Robert Strobel, Vorsitzender des Günzburger ASM-Bezirkes, meint: „Unser Verband darf sich glücklich schätzen, Musiker wie Hans Sadler in seinen Reihen zu haben.“
Bescheiden, wie er nun einmal ist, hebt der Jubilar keinen Auftritt und auch kein souverän bestrittenes Solo besonders hervor. Die Musikerkollegen wissen jedoch: „Der Hans, der bringt wirklich alles fertig. Nichts ist für ihn unmöglich.“ Der Jubilar selber sagt: „Mir macht eigentlich alles Spaß, was das Spielen angeht. Und wenn ich ein Stück einmal nicht so besonders leiden kann, denn denke ich mir, dass es in drei Minuten sowieso schon wieder vorbei ist.“
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