Das Gebiet am Brennberg in Burgau soll nun doch keine Vorrangfläche werden. 80 Bürger sprachen sich zuvor in einer Unterschriftenliste gegen Anlagen in dem Bereich aus Von Angela Effenberger
Burgau Der Wind dreht sich in Burgau. Nach dem Willen des Stadtrates sollen sich auf dem Gebiet der Stadt keine Windräder drehen. Das wurde einstimmig in der Sitzung am Dienstagabend beschlossen. Das Ergebnis wird dem Regionalverband Donau-Iller mitgeteilt.
Bereits in der Bauausschusssitzung Anfang Januar legten die Mitglieder fest, dass, wenn überhaupt, nur ein Gebiet am Brennberg für mögliche Windkraftanlagen infrage komme. Prompt kam Protest aus der Bevölkerung. Per Unterschriftenliste sprachen sich etwa 80 Bürger gegen den Bau von Windrädern am Brennberg aus. Und in der Sitzung am Dienstag folgten die Stadträte dieser Meinung. Herbert Blaschke (FDP/Freie Bürger) sprach sich für einen Mindestabstand von 1,5 Kilometer zwischen Windrädern und Wohnhäusern aus. „Aber dann wäre am Brennberg ohnehin fast nichts mehr möglich.“
„Windkraft ja, aber an den richtigen Stellen“, meinte 2. Bürgermeister Hermann Mühlbauer (ABB). Den Standort am Brennberg hält er für nicht geeignet. Er plädierte für Windparks, an denen mehrere Windräder aufgestellt werden können. Diese Meinung teilte auch Dieter Kircher (SPD). Grundsätzlich, so sagte er, sei der Burgauer Stadtrat für Windkraft, „aber einzelne Windräder sind Unsinn“.
Martin Kramer (SPD) ärgerte sich, dass der Einfluss des Stadtrates zu gering sei. Denn das letzte Wort, ob Vorrangflächen für Windkraftanlagen ausgewiesen werden, hat der Regionalverband. „Es ist schwierig abzustimmen, wenn man ohnehin sagt, dass das Ergebnis egal ist.“ Auch Jürgen Pauer (Freie Wähler) sagte: „Wir sind nicht Herr der Lage.“ Aber der Stadtrat könne seinen Unmut zum Ausdruck bringen. „Die hohe Bürgerbeteiligung ist ein gutes Argument“, ist er sich sicher.
Die CWG-Fraktion betonte, dass die Bürger bei der Entscheidung mit ins Boot geholt werden müssten. Sie forderte daher eine Bürgerversammlung, in der die Burgauer über das Thema informiert werden und abstimmen können, ob sie Windräder wollen oder nicht. Eine solche Bürgerversammlung werde im Rahmen der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes ohnehin stattfinden, klärte Bürgermeister Konrad Barm. Einstimmig beschloss der Stadtrat, dass das Gremium gegen Vorrangflächen für Windkraftanlagen auf Burgauer Gebiet ist und diese Entscheidung dem Regionalverband mitgeteilt werden soll.
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