TastenTage eröffnen mit einer Ausstellung von Werken Burga Endhardts

Leipheim Mit viel Lob dekoriert eröffneten am Freitagabend die 7. TastenTage im Leipheimer Zehntstadel. Weniger ein Festival, meinte die künstlerische Leiterin Cordula Bayer, mehr eine Klavierreihe, „aber mit internationalem Programm“.
Leipheims Bürgermeister Christian Konrad stufte es unverhohlen stolz als „kulturelle Erfolgsgeschichte“ ein, als „eine feine Praline im Kulturprogramm der Region“. Optimistisch in die Zukunft blickend gaben sich beide, denn der TastenTage-Fortbestand, zumindest im nächsten Jahr, gilt als gesichert.
Das bestätigte auch der, der den finanziellen Motor der Veranstaltung mit dem nötigen Treibstoff versorgt: Walter Pache, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Günzburg-Krumbach. „Solange die Ideen da sind, sind wir dabei.“
Genügend Ideen vorhanden
Und die Ideen sind da. Beispiel: die diesjährige Künstlerin, die traditionell dem musikalischen Programm eine Vernissage im Foyer des Leipheimer Musentempels voranstellt. Eine Persönlichkeit „ganz aus der Heimat“, nämlich die in Günzburg geborene Burga Endhardt.
„Ein Geschenk für die Kunstwelt“, ordnete sie Laudatorin Eva Wiest (Galerie Noha Augsburg) ein. Zu sehen von ihr sind auf Din-A4-Format festgehaltene, in malerischer Freizügigkeit dargestellte „Tagebucheintragungen“. Mit Datum versehene Illustrationen der Gefühle im Buch der Emotionen. Zu Papier gebracht mit Farben, die direkt hineinleuchten in die Seele, in die Empfindungen, den alltäglichen Glücks- oder auch Dunkelanteil ihrer Selbst. Nicht den des Betrachters.
Dem ist es freigestellt, in der auf sich selbst beruhenden Präsenz der Farbflächen und -schleier, der denkanreizenden Linienführung und ausbalancierten Abstraktionen, sich sein eigenes Glücksgefühl eines flüchtigen Augenblicks zu schaffen, oder zu versagen.
Burga Endhardts Bilder sind zweifellos eine ästhetische Herausforderung, mystisch abstrahiert manchmal, dann wieder von unbarmherziger Fröhlichkeit, oder, die Wirklichkeit idealisierend, in die Plastizität räumlicher Welten ausweichend.
Sie bedient sich ihrer Farbskala in Dur und in Moll, „versetzt uns in Stimmungen“, wie die Laudatorin sich ausdrückt, mit monochromem Stakkato, das uns aus dem Alltag weckt, mit Synkopen, deren außerordentliche Farbtupfer Signale aussenden.
Malerisches Temperament
Und dieses, von aller hemmenden Gestik befreite malerische Temperament, ging, so zeigte sich später, wie kaum eine andere Ausstellung zuvor, eine Symbiose ein mit dem ebenso aller Zwänge befreiten jazzmusikalischen Temperament einer Aziza Mustafa Zadeh.
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