Mittwoch, 20. September 2017

12. September 2017 16:00 Uhr

Reiten

„Theoretisch kann ich jetzt aufhören“

Philipp Weishaupt feiert in Kanada einen der größten Siege im Turnierzirkus. Für seinen Vater Josef ist der Triumph ein besonderes Geschenk. Auch das Weltklassepferd erntet Lob.

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Aachen 2016, Calgary 2017 – für Philipp Weishaupt wurden innerhalb kurzer Zeit zwei Springreiter-Träume wahr. Hier meistern er und LB Convall beim Großen Preis von Spruce Meadows einen Oxer.
Foto: Derek Leung, AFP

Es ist der schwerste Parcours der Welt und Philipp Weishaupt hat ihn gemeistert. Besser als alle anderen Profi-Springreiter beim Großen Preis in Spruce Meadows (Kanada). Auf dem zehnjährigen holsteiner Hengst LB Convall schaffte der Jettinger am Sonntag als einziger der 39 Starter zwei fehlerfreie Runden. Der 32-jährige kassierte für den Sieg eine Million Kanada-Dollar Siegprämie.

Müde, doch trotz der weiten Reise immer noch beschwingt von diesem großartigen Erfolg kam Weishaupt gestern Nachmittag an seinem Wohnort Riesenbeck an. Auf die ersten Glückwünsche reagierte er mit einem Lob für seinen Hengst, nannte LB Convall einen „Ausnahmesportler“. Während nach Angaben des 32-jährigen vom Millionen-Preisgeld angesichts der Kosten im Profireitsport letztlich gar nicht so viel hängen bleibe, sei der Prestigewert des Sieges nicht messbar. „Für jeden Springreiter gibt’s zwei Große Preise, da träumt man, vielleicht mal einen davon zu gewinnen. Dass ich jetzt innerhalb kurzer Zeit die beiden größten Highlights des Springsports gewinne, Aachen 2016 und jetzt Calgary, hätte ich wirklich nie gedacht“, führte Weishaupt aus und fügte mit einem Schmunzeln hinzu: „Theoretisch kann ich jetzt aufhören.“

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Beim CSI5* Masters in Spruce Meadows gab es Sprunghöhen bis zu 1,70 Meter zu bewältigen – was bei weitem nicht die einzige Herausforderung darstellte. Technisch ungemein anspruchsvoll, gebaut auf einem riesigen Gelände, obendrein mit einem knapp bemessenen Zeitfenster geadelt, kurz: an der Grenze des Machbaren angesiedelt – es war schon vor der Entscheidung klar, dass in diesem Parcours nur echte Spezialisten gute Platzierungen erreichen würden. Leute wie der Weltranglistenerste Kent Farrington etwa. Der hatte im Juli an gleicher Stelle vor Weishaupt gewonnen und wurde auch diesmal als Favorit gehandelt. Nach dem Sieg in der Qualifikation am Freitag endete der Sonntag allerdings mit dem für ihn enttäuschenden 27. Platz.

Nein, diesmal war es der Tag von Weishaupt. In seinem „Wohnzimmer“ (so nannte er Spruce Meadows zu einem früheren Zeitpunkt bereits) führte er den Schimmelhengst LB Convall aus dem Besitz der Unternehmerfamilie Liebherr mit beeindruckender Sicherheit über die Hindernisse. Im Finale der besten zwölf Paare blieben die beiden fehlerfrei und kamen nach 65,09 Sekunden ins Ziel. Jeweils einen Abwurf verzeichneten die Nächstplatzierten in der Entscheidung. Luciana Diniz aus Portugal wurde auf ihrer Olympiastute Fit for Fun Zweite (4/63,82), Weltcupsieger Mclain Ward aus den USA belegte auf seiner belgischen Stute Azur den dritten Rang (4/65,73).

Ein Überraschungssieger im eigentlichen Sinn ist Weishaupt keineswegs. Seit geraumer Zeit hat der 32-Jährige einen festen Platz im Kreis der Weltklassereiter. In Spruce Meadows passte nun einfach alles, wie der Jettinger unmittelbar nach seinem Erfolg erklärte: „Die ganze Woche über hatte ich ein gutes Gefühl mit Convall. Das Pferd war wirklich in außergewöhnlicher Form. Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich auf ihm reiten darf.“ Im Großen Preis gelangen ihm dann auch stilistisch herausragende Runden. Auf dem Rasenplatz profitierte der Reiter natürlich von den besonderen Vorzügen des Hengstes: LB Convall ist ein Naturtalent, durch seine schiere Größe und der damit verbundenen fulminanten Galoppade ist der Zehnjährige bestens geeignet für XXL-Aufgaben. Da ist er zu Hause, da ist er anderen Pferden ganz einfach überlegen. Hinzu kommt eine zweite besondere Stärke: Der Schimmel springt absolut furchtlos über schwere Höhen. Wenn er sich dann auch noch so präzise dirigieren lässt wie in den Tagen von Spruce Meadows, ist alles drin.

Für Weishaupts Vater Josef war der Erfolg des seit vielen Jahren im Stall von Ludger Beerbaum in Riesenback arbeitenden Sohnes das schönste Geschenk zum 65. Geburtstag. Den feierte der Landestrainer des bayerischen Reiter-Nachwuchses ebenfalls am Sonntag. Mit einem Lachen verrät der Senior: „Wir haben schon ein bisschen rumgeblödelt im Vorfeld. Ich habe ihm gesagt, er soll schauen, dass er das gewinnt.“

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