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25. September 2009 05:05 Uhr

Therapiezentrum im Himalaja

Günzburg/Indien (zg) - Großer Erfolg für die Günzburger Ladakh-Hilfe in Indien: Seit 2003 engagiert sich der heimische Verein unermüdlich für Kinder mit Behinderungen in Ladakh. Die Vorsitzende Karola Kostial berichtet, dass die Arbeit im Juli mit der offiziellen Eröffnung des neuen Therapiezentrums RAC (Rewa Ability Centre) in Leh einen großen Erfolg verbuchen konnte. Die Räumlichkeiten waren seit dem 1. Januar 2009 angemietet und in Betrieb genommen worden.

Die Vorbereitungen für diesen Tag und das Fest wurde für alle zu einem unvergesslichen Erlebnis. Zuvor gab es noch viel Arbeit zu bewältigen: Teppiche mussten gelegt werden, Schränke gezimmert, Maurer- und Malerarbeiten durchgeführt und die therapeutische Einrichtung ergänzt werden.

Sponsoren aus ganz Deutschland

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Mit Hilfe von Sponsoren aus ganz Deutschland war es möglich geworden, den großen Raum mit einer Zentralheizung, Bodenbelägen, Möbeln, Spielsachen und Material einzurichten. Freiwillige Therapeuten aus dem deutschsprachigen Raum halfen bei der Vorbereitung, indem sie das Zentrum mit kreativen Ideen kinderfreundlich gestalteten, selbst gemachte Fotos rahmten und aufhängten, Spiele vorbereiteten, Steine zum Verschenken mit dem Logo bemalten, anschauliche Poster zur Information entwarfen und bei der Bestückung mit therapeutischem Material berieten.

Da die Kinder, die das Zentrum besuchen, sehr unterschiedliche und teils sehr schwere Behinderungen aufweisen, wurde der Raum großflächig in mehrere Bereiche aufgeteilt. In einem Teil finden die Gemeinschaftsaktivitäten statt. Die Kinder treffen sich dort mit ihren Eltern und den Therapeuten zum Singen, Spielen, zur Babymassage, dem gemeinsamen Essen, und dem Hygienetraining wie Händewaschen und Zähne putzen. Die drei anderen Bereiche, in denen Behandlungsliegen und spezifisches therapeutisches Material auf die Kleinen warten, dienen zur Behandlung in Physio-, Ergo- und Sprachtherapie. In einem extra Raum wurde eine kleine orthopädische Werkstatt eingerichtet, ein weiterer Raum dient als Küche und Büro.

Die sechs einheimischen Angestellten des Vereins engagierten sich mit großer Hingabe für das Projekt und setzten ihre Ideen und die des Vereins auf imposante Art und Weise um. Sie fanden eine professionelle, lokale Band zur musikalischen Umrahmung des Tages, die ihren Dienst kostenlos zur Verfügung stellte. Zusammen mit den Angestellten kreierten und vertonten die Musiker sogar ein besonderes Lied für die Kinder mit Behinderungen.

T-Shirts mit dem Vereinslogo für die Angestellten und Freiwilligen wurden in Auftrag gegeben. Genügend Stühle für so viele Leute zu besorgen, stellte sich als größeres Problem dar: Die Stühle mussten von einer Schule geliehen werden.

Die Eröffnung sprach sich in einem Bergland wie Ladakh schnell herum. Es erschienen viele Neugierige und Touristen, die sich für das Event, die Räume und das Programm interessierten. Insgesamt waren es 120 Gäste. Sie bekundeten ihr Erstaunen über die professionelle, kindgerechte und freundliche Ausstattung. Fast alle Kinder, die der Verein in Leh und näherer Umgebung betreut, erschienen mit ihren Eltern zu diesem Ereignis oder wurden von den Angestellten mit dem Jeep abgeholt. Sie sangen Lieder, spielten Spiele und demonstrierten ihre Fähigkeiten.

Ein 14-jähriges Mädchen erzählte von ihrem schwierigen Leben mit Behinderung im unwegsamen Gelände der Hauptstadt. Karola Kostial forderte die Besucher zur Mithilfe bei der Übernahme der Verantwortung für die Kinder, die Arbeit und die Kosten auf.

Nach dem abwechslungsreichen Programm stellte sich in den Gesprächen heraus, dass die teils hochrangigen Besucher von diesem einmaligen Projekt und den Kindern zutiefst berührt waren. Mit Bestürzung erwähnten sie, dass sie keine Ahnung gehabt hatten, dass es in ihrem Land so viele Kinder mit so schweren und unterschiedlichen Behinderungen gab. Drei führende Männer aus dem "Kargil"-Distrikt, eine vorwiegend muslimische Gegend, meldeten sich mit der Bitte um Mithilfe an den Verein, auch in ihrem an Ladakh grenzenden Land eine Arbeit für Kinder mit Behinderungen aufzubauen.

Verbesserung zur Therapie

Die Planung zur Verbesserung der Therapie und der Ausstattung endete nicht mit diesem Tag. Durch die vielen professionellen Volontäre, die sich gegenseitig ablösen, finden neue Ideen Einzug. Derzeit wird ein spezieller "Snoezelraum" zur Verbesserung der sensitiven Wahrnehmung und der Entspannung umgebaut und ausgestattet. Dazu sammelte eine Freiwillige bei ihren Freunden und der Familie Geld, um den Raum mit Licht- und Musikanlage und einer bequemen Sitz- und Liegelandschaft auszustatten.

Informationen im Internet unter

www.ladakh-hilfe.de

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