Dekan Werner Brauchle ging bisher davon aus, dass zur Bewältigung des Priestermangels nur die Pfarreiengemeinschaften vergrößert werden. Das Konzept des Bischofs sieht offenbar die Zusammenlegung von Pfarreien vor Von Berthold Veh

Die Nachricht hat Katholiken im Landkreis überrascht. Bischof Konrad Zdarsa will im Bistum Augsburg offensichtlich nicht nur größere Pfarreiengemeinschaften bilden, um den Priestermangel zu bewältigen. Das Konzept im Bistum Augsburg sieht vielmehr zentrale Pfarrorte vor. Pfarreien würden demnach zusammengelegt. Dies hat auch Dekan Werner Brauchle überrascht: „Ich weiß eigentlich nur das, was ich in der Günzburger Zeitung gelesen habe“, sagte der Leiter des Dekanats Günzburg. Und übte dabei auch ein wenig Kritik: „Ich finde es schade, dass ich als Dekan aus der Zeitung erfahren muss, was wir am Montag in Augsburg besprechen.“
Werner Brauchle, Seelsorger in der Pfarreiengemeinschaft Röfingen, wird am Montag zur Dekane-Konferenz in die Fuggerstadt reisen. Dort wird Bischof Zdarsa die pastorale Raumplanung präsentieren, die bis ins Jahr 2025 umgesetzt sein soll. In der Diözese Augsburg wird die Zahl der Priester von gegenwärtig 537 auf etwa 200 sinken. Und auch im Dekanat Günzburg werde sich die Zahl der Geistlichen halbieren. Derzeit tun 15 Pfarrer Dienst, 2025 werden es voraussichtlich nur noch acht sein. Um den Mangel auszugleichen, sollen die Pfarreiengemeinschaften vergrößert werden (wir berichteten). Es werden beispielsweise die Pfarreiengemeinschaften Röfingen und Dürrlauingen zusammengelegt. In Leipheim, Bibertal und Kötz soll ebenfalls eine Pfarreiengemeinschaft gebildet werden. Und auch in Günzburg wird es in absehbarer Zeit nur noch eine einzige Pfarreiengemeinschaft für alle katholischen Pfarreien der Kreisstadt und ihrer Stadtteile geben. Die Pfarreien von Ichenhausen, Waldstetten und Kammeltal sollen ebenfalls zusammengelegt werden.
Dekan Brauchle hat bisher folgende Meinung: „Ich habe gedacht, dass die Pfarrgemeinden bestehen bleiben.“ Von einer Fusion zu Zentralpfarreien sei jedenfalls nicht die Rede gewesen. „Das Modell der Fusion gab es für die Pfarreien, die es wollen.“ Die Information, dass die Zahl der Dekanate von 36 auf 20 und die Zahl der Diözesanregionen von acht auf vier reduziert werden sollen, habe er ebenfalls aus der GZ erfahren. Im Landkreis gibt es bisher zwei katholische Dekanate, Günzburg und Krumbach. Beide gehören wiederum zur Diözesanregion Neu-Ulm mit den Dekanaten Günzburg, Krumbach, Illertissen und Neu-Ulm.
Das Thema sei im Kirchenvolk am Wochenende diskutiert worden. Mesner und Lektoren, mit denen Brauchle gesprochen hat, waren auch „etwas verwundert“. Möglicherweise stelle sich die Sache heute bei der Dekane-Konferenz etwas anders dar. Dennoch spricht Brauchle von einem „Kommunikationsfehler“.
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