Sonntag, 22. Oktober 2017

25. September 2017 20:00 Uhr

Landkreis Günzburg

Wahlen nach Zahlen

Welche Gemeinde hat die fleißigsten Wähler? Wo wurde am schnellsten gezählt? Und wann wird eigentlich das nächste Mal gewählt?

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Genauigkeit geht beim Auszählen der Wählerstimmen vor Schnelligkeit – trotzdem waren die Wahlhelfer im Landkreis Günzburg dieses Jahr besonders flott: So wie hier in Neuburg an der Kammel, wo um 20.38 Uhr das Ergebnis feststand.
Foto: Bernhard Weizenegger

Zahlen, Zahlen, Zahlen: Um sie dreht sich alles an

einem Wahlabend. Wir haben uns die Statistik der Bundestagswahl 2017 im Landkreis Günzburg genauer angesehen – und einige Besonderheiten entdeckt.

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Landensberg hat die meisten Wählerinnen und Wähler mobilisiert: 85,07 Prozent der Berechtigten haben am Sonntag ihre Stimme abgegeben. Die Wahlbeteiligung lag im gesamten Wahlkreis deutlich höher als vor vier Jahren. Das gilt auch für die Gemeinde Ursberg, die dennoch mit 61,16 Prozent die geringste Wahlbeteiligung vorweisen konnte.

Deisenhausen hat die Nase vorn: Um 19.08 Uhr ging das Ergebnis der Gemeinde ins elektronische Wahl-System ein, damit waren die Deisenhauser die Ersten aus dem Landkreis Günzburg an diesem Abend. Die anderen Städte und Gemeinden lagen eng beieinander, die Nachbargemeinden Offingen und Rettenbach trennten gar nur vier Sekunden Abstand.

Mit 20.58 Uhr bildet Jettingen-Scheppach zwar das zeitliche Schlusslicht im Landkreis Günzburg. Doch im Vergleich zu den Landkreisen Neu-Ulm und Unterallgäu, die ebenfalls zum Wahlkreis 255 gehören, waren alle Kommunen im Günzburger Kreis deutlich schneller. Das letzte Ergebnis von insgesamt 70 Städten und Gemeinden im Wahlkreis ist nach Angaben der Wahlleitung erst um 22.15 Uhr im Landratsamt Neu-Ulm eingegangen.

Georg Nüßlein hat das Direktmandat im Wahlkreis klar gewonnen, musste aber teils herbe Verluste hinnehmen. Nur 39,2 Prozent und damit die wenigsten Stimmen gab es für ihn in Leipheim. Vor vier Jahren waren es noch 53,6 Prozent gewesen, auch im Jahr 2013 holte der CSU-Abgeordnete in Leipheim sein schlechtestes Ergebnis im Landkreis. In seiner Heimatgemeinde Münsterhausen erreichte der Abgeordnete sein bestes Landkreis-Ergebnis mit 58,4 Prozent, auch hier ist der Rückgang von 70,9 Prozent im Jahr 2013 deutlich.

Karl-Heinz Brunner (SPD) zieht über die Zweitstimmen-Liste ebenfalls wieder in den Deutschen Bundestag ein – Leipheim war erneut seine Stimmenhochburg mit 18,2 Prozent der abgegebenen Stimmen. Vor vier Jahren hatte er dort 20,7 Prozent erhalten. Zudem ist Leipheim die einzige Kommune im Landkreis, in der Brunner vor seinem AfD-Konkurrenten Gerhard Großkurth lag. Die wenigsten Stimmen für den SPD-Abgeordneten gab es wie schon vor vier Jahren in Aichen mit 6,03 Prozent.

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Ekin Deligöz konnte ihr Ergebnis im Wahlkreis verbessern – so auch in den meisten Gemeinden im Landkreis Günzburg. Mit 10,92 Prozent bescherten die Krumbacher ihr das beste Ergebnis (2013: 9,7 Prozent). Ihr schlechtestes Ergebnis erhielt Deligöz in Gundremmingen mit 3,92 Prozent (2013: 3,5 Prozent).

Die meisten Stimmen für die AfD entfielen in Waltenhausen: 22,5 Prozent gaben der Partei ihre Zweitstimme. Direktkandidat Gerhard Großkurth fuhr sein bestes Einzelergebnis mit 18,13 Prozent in Röfingen ein. Mit 9,98 Prozent erreichte er in Ursberg die wenigsten Stimmen, seine Partei kam mit 13,2 Prozent in Ellzee auf ihr schlechtestes Ergebnis.

Kurios stellte sich das Ergebnis von FDP-Kandidat Richard Böhringer dar: Er blieb mit 5,81 Prozent Erststimmen im Landkreis deutlich hinter dem Parteiergebnis von 9,69 Prozent. 7,7 Prozent in Wiesenbach blieben sein Top-Ergebnis, die wenigsten Stimmen gaben ihm die Münsterhauser mit 3,72 Prozent.

Ebershausen stellte das beste Ergebnis für den Kandidaten der Freien Wähler, Wolfgang Schrapp: Er kam dort auf 8,1 Prozent. Rudolf Ristl (Piraten) erhielt mit 1,4 Prozent in Jettingen-Scheppach sein bestes Ergebnis, Gabriela Schimmer-Göresz (ÖDP) erreichte in Waltenhausen 3,4 Prozent. Nur in Balzhausen knackte der Kandidat der Unabhängigen, Andreas Beier, knapp die Ein-Prozent-Hürde.

Nach der Wahl ist vor der Wahl: Die Bundestagswahlen 2017 waren nur der Auftakt zu einer ganzen Wahl-Serie, die uns in den kommenden beiden Jahren bevorsteht: die Wahl des Bayerischen Landtags und des Bezirkstags (2018) sowie Kommunalwahlen und Europawahlen (2019).

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Ein Artikel von
Rebekka Jakob

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