Zum ersten Mal in seiner zehnjährigen Geschichte hat es beim Legoland Deutschland einen Warnstreik gegeben. Gestreikt wurde auf dem Kreisverkehr vor dem Freizeitpark.

Zum ersten Mal in seiner zehnjährigen Geschichte hat es beim Legoland Deutschland einen Warnstreik gegeben. Etwa 70 Beschäftigte versammelten sich am Mittwoch zu einer Protestkundgebung vor den Toren des Freizeitparks in Günzburg-Deffingen.
Nachdem die Geschäftsführung die Versammlung auf dem Werksgelände vor dem Verwaltungsgebäude spontan untersagt hatte, wichen die Organisatoren kurzerhand auf den großen Kreisverkehr vor dem Freizeitpark aus. Der von der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) organisierte Streik war die Reaktion der Beschäftigten auf die Ablehnung eines verbindlichen Tarifvertrages durch die Legoland Deutschland Freizeitpark GmbH.
Als Hingucker dienten zwei Stelzenläufer, die Flugblätter an die Richtung Legoland fahrenden Besucher verteilten. Auf den gelben Informationsschreiben wies die Belegschaft des Legolandes darauf hin, dass die Beschäftigten ihren Forderungen nach einer „gerechten Entlohnung oberhalb der Armutsgrenze“ nun mit dem Warnstreik Nachdruck verleihen wollen.
Auch Mitarbeiter anderer Betriebe aus der näheren Umgebung nahmen an der Demonstration teil. Mit Fahnen von NGG und IG Metall sowie Plakaten wurde auf die schlechte Bezahlung hingewiesen. Auf einem großen, roten Banner wurde unmissverständlich klargemacht, wofür die Mitarbeiter auf die Straße gehen und warum sie unzufrieden sind: „Arm trotz Arbeit“ und „Hungerlöhne im Legoland“.
Dass die Demonstration vor dem Verwaltungsgebäude und somit auf Betriebsgelände verboten worden war, hat bei den Betroffenen für Unmut und Unverständnis gesorgt. Dennoch versuchten die Beschäftigten mit Pfeifen und Sirenen möglichst lautstark auf sich aufmerksam zu machen. Optisch taten die neongelben Warnwesten ihr Übriges.
Organisator Thomas Schwarz von der NGG aus Augsburg erklärte lautstark mithilfe eines Megafons, wie problematisch die „gruseligen“ Stundenlöhne für die Beschäftigten seien. Für 6,50 Euro pro Stunde müssten einige Mitarbeiter ihren Lebensunterhalt bestreiten.
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