Dienstag, 28. März 2017

19. März 2017 16:00 Uhr

Günzburg

Warten auf Rettung in 40 Meter Höhe

90 Einsatzkräfte proben den Ernstfall im Legoland in Günzburg. Von Mario Obeser

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Knapp 90 Einsatzkräfte waren am Samstag in die etwa sechs Stunden dauernde Rettungsübung im Legoland Deutschland Resort eingebunden. Die Rettungskräfte kamen nicht nur aus der Region, es beteiligten sich die Feuerwehren aus Günzburg, Leipheim, Ulm, die Berufsfeuerwehren aus Augsburg und München, sowie die Polizeihubschrauberstaffel mit vier Ausbildungspiloten und das BWK Ulm.

Insgesamt waren es drei Szenarien an unterschiedlichen Orten, die die Rettungskräfte forderten. Zwei Übungspunkte wurden im Wald simuliert, der dritte lag in der Höhe – am Turm. Den Piloten und der Besatzung des Hubschraubers wurde dabei einiges abverlangt. Die Mitglieder der Jugendgruppe der Günzburger Feuerwehr mimten die Verletzen. Sie mussten mit Luftrettungssäcken zum Hubschrauberlandeplatz geflogen werden. Neu kamen hier die sogenannten Segel zum Einsatz, mit deren Hilfe die Eigenrotation bei der Rettung verhindert werden soll. Hier konnten die Rettungskräfte wichtige neue Erfahrungen sammeln.

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Am Hubschrauberlandeplatz, der sich auf dem Parkplatz des Freizeitparks befindet, übernahmen dann die Kräfte der Feuerwehr Günzburg die Einweisung des Hubschraubers. Auch die Patienten nahmen sie entgegen – und das bei laufendem Rotor.

In der Gondel warten die „Verletzten“

Am Eindrucksvollsten gestaltete sich die Übung am Turm. Mehrere Einsatzkräfte mussten im Inneren des Turms hinaufsteigen – über den engen Zugang und die dortige Leiter. In 40 Meter Höhe wartete eine Gondel mit den „Verletzten“ auf ihre Rettung.

Die Rettungskräfte konnten hier gleich mehrere Szenarien proben. Im Ernstfall könnten Personen per Hubschrauber, per Hubrettungsbühne oder über das Abseilen aus der Gondel auf sicheren Boden gebracht werden. All diese Möglichkeiten wurden durchgespielt.

Schwierige Rahmenbedingungen 

Die Rahmenbedingungen waren schwierig: Der Hubschrauber musste nah den den Turm heranfliegen – und das bei Windböen von teilweise 50 Kilometern pro Stunde. Der Abstand zwischen der Turmspitze und den Rotorblättern beträgt, während des Schwebefluges, etwas mehr als einen Meter. Dieser knappe Abstand und das ständige, notwendige Ausgleichen des Hubschraubers bei wechselnden Windverhältnissen sowie möglichst sanftes und zielgerichtetes Absetzen der Höhenretter und Aufnahme der Verletzten, forderte von allen Beteiligten – insbesondere von den Hubschrauberpiloten und Windenführern – großes Können ab. Die Berufsfeuerwehr München war zugleich mit ihrer Hubrettungsbühne im Einsatz. Diese hat eine maximale Rettungshöhe von 53 Metern. Höhenretter seilten sich zudem an der Außenseite des Turmes mit den Verletzten ab. Der Turm bot optimale Übungsmöglichkeiten, die sehr selten sind.

Organisiert wurde die Großübung von dem Günzburger Stadtbrandinspektor Christian Eisele. Bei der abschließenden Manöverkritik lobten die Vertreter der Hilfsorganisationen die gute Organisation sowie die hervorragende Disziplin und Zusammenarbeit der Einsatzkräfte.

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