Wegen der Bauarbeiten für die Südumfahrung muss Trinkwasser aus der Nachbarstadt geliefert werden

Offingen Der heuer noch beginnende Bau der Südumfahrung in der Marktgemeinde Offingen ist daran schuld: Offingen muss umgehend 50 000 Kubikmeter Trinkwasser ersetzen und zu seinem Hochbehälter herleiten. Aus den Stadtwerken Günzburg stammt diese Menge, sie ersetzt dann die beiden Flachbrunnen an der Remsharter Straße, die der Südumfahrung weichen müssen. Bei zwei Gegenstimmen folgte das von Bürgermeister Thomas Wörz geleitete Gremium der Planung sowie dem Wasserliefervertrag mit den Stadtwerken Günzburg.
Fast auf den Tag genau zwei Jahre ist es her, als Offingen den sanierten und beträchtlich erweiterten Hochbehälter in der Nähe des Aussichtsturmes einweihte. Damals hegte man die Hoffnung, die Flachbrunnen an der Remsharter Straße zu erhalten, oder ein Stück weiter südwärts zwei neue Brunnen zu schlagen. Diesbezügliche Testbohrungen waren ebenso ungenügend wie der Versuch, den benachbarten Tiefbrunnen (westlich davon) zu opti-mieren. In dieser Zwangslage schaltete die Marktgemeinde die Stadtwerke Günzburg ein und begann im vergangenen April die Neuordnung. Willi Pühler vom Ingenieurbüro Wassermüller (Ulm) stellte am Montag dem Gemeinderat die Trasse vor. Die beginnt im Stadtteil Nornheim bei der Alten Ziegelei, führt ein gutes Stück an der Staatsstraße Günzburg-Offingen ent-lang, unterquert sie, geht dann nordwärts zum Reisensburger Waldgürtel und steigt zum Schleebach hinunter. Das letzte Teilstück läuft zickzack zur Endstation.
Immer werden die 200 Millimeter Durchmesser starken Rohre auf öffentlichem Grund in einer Tiefe von mindestens 1,30 Meter so verlegt, dass die Hauptgasleitung nicht beschädigt wird. Ob die Tiefbauer Gussrohre oder Kunststoffrohre verwenden, wird bei der Ausschreibung festgelegt.
Die Leitung endet nach 4880 Metern beim Offinger Hochbehälter. Willi Pühler erläuterte viele Details, wie die sieben Hochpunkte und die acht Tiefpunkte (unter anderem beim Schleebach). Höhendifferenzen werden durch Drucksteigerungspumpen ausgeglichen, auch werden im 400-Meter-Takt Sperrriegel zum Entlüften der Leitung eingebaut. Das Landratsamt und die Stadt Günzburg billigten den auf dem Ratstisch liegenden Vertragsentwurf.
Stadtwerkeleiter Johann Stelzle war in dieser Sitzung arbeitslos; er musste nichts zu einem technisch realisierbaren Anschluss einer weiteren VG-Gemeinde erläutern. Ein Blick auf den neuen Haushaltsplan zeigte die voraussichtlich benötigte Investition von 1,250 Millionen Euro.
Bürgermeister Thomas Wörz erinnerte den Ingenieurbürovertreter an „unseren strengen Zeitrahmen – wir wollen heuer im Herbst fertig werden“. (ul)
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren
| Artikel bewerten: