Dienstag, 24. Oktober 2017

19. Juli 2017 14:00 Uhr

Landkreis Günzburg

Wasserburger ärgern sich über neuen Mobilfunkmast

Anwohner protestieren gegen die neue Anlage. Was Stadt, Telekom und das Landesamt für Umwelt dazu sagen.

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Ein Teil des Mastes ist bereits montiert (links). Gesundheitliche Schäden haben die Anrainer laut Landesamt für Umwelt nicht zu befürchten.
Foto: Bernhard Weizenegger

15 Mobilfunkmasten gibt es in Günzburg bereits. Das hat Zweiter Bürgermeister Anton Gollmitzer am Montag aus der Zeitung erfahren. Nun hat die Telekom Technik GmbH die ersten Teile von Funkmast Nummer 16 montiert – in der Dorfmitte von Wasserburg, auf dem Gebäude der früheren Metzgerei. Wie berichtet regte sich bei den überraschten Anwohnern am Wochenende sofort heftiger Widerstand. Gollmitzer hatte das Schreiben der Stadt an die Telekom, in der sie „keine Einwände“ gegen das Vorhaben vorbringt, unterzeichnet. Er habe nicht damit gerechnet, dass der Mast für so viel Unmut sorgen würde. „Es war mir nicht bewusst, dass das Probleme bereitet, weil die Ämter zuvor alles geprüft hatten“, sagte er. Dafür gebe es ja die zuständigen Ämter.

Dass ein weiterer Mobilfunkmast in Günzburg aufgestellt werde, erklärt Markus Jodl, Pressesprecher der Telekom, mit der explodierenden Datenübertragung. Sie erfahre einen Zuwachs von 60 Prozent pro Jahr, vor allem durch mobile Anwendungen und das Streamen von Videos. Es gebe immer mehr Menschen, die ihr Handy immer intensiver nutzten. Dadurch benötige man zusätzliche Standorte. „Wir stoßen mit dem Netz an Kapazitätsgrenzen“, erklärt Jodl gegenüber unserer Zeitung. Und der Standort müsse dort sein, wo die Nutzer sind.

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Erst wird die Kommune nach Liegenschaften gefragt

Ein Mobilfunkplaner schaue sich die Bereiche unter anderem mithilfe von Höhenprofilen und Karten genau an und bestimme einen Suchkreis. Dieser werde an die Kommune weitergegeben und nach Liegenschaften oder Standorten gefragt. Gebe es keine, werde – wie in Wasserburg – privat gesucht.

„Wenn ich Emissionen minimieren will, ist ein enges Netz optimal“, sagt Jodl. Denn dann arbeite es mit minimaler Leistung. Zum Schutz vor magnetischen Wellen gebe es in Deutschland Regeln und Gesetze. „Wer Angst hat vor Mobilfunk, darf nicht mit dem Handy telefonieren“, findet er. Bei einem Handy habe man die Antenne schließlich direkt am Ohr. Das Handy zu wollen, aber den Mast nicht, funktioniere nicht, denn zwischen Mast und Handy bestehe ein enges Zusammenspiel. „Der Kunde ist der Architekt des Netzes“, fasst Jodl zusammen.

Baurechtlich sei alles korrekt gelaufen, erklärt Sabrina Schmidt, die Sprecherin der Stadt. Das Vorgehen der Telekom entspreche dem normalen Verfahren und ein Mobilfunkmast unter zehn Metern müsse nicht genehmigt werden. Allerdings wäre es Aufgabe der Telekommunikationsfirma gewesen, die Anrainer zu informieren. Zwar sei seit letzter Woche ein Telekom-Mitarbeiter in Wasserburg unterwegs, doch es habe keine Informationsveranstaltung gegeben, räumt Schmidt ein. Auf Wunsch der Kommune soll dies zeitnah nachgeholt werden. Man stehe in Kontakt mit der Telekom. Aus Sicht der Stadt sagt sie: „Wir als Kommune müssen einerseits die Interessen der Bürger wahren, andererseits die nötige Infrastruktur bereitstellen.“ Dazu gehörten auch Funk und Wlan.

Die Stadt sucht das Gespräch mit dem Initiator der Unterschriftenaktion

Im Laufe der Woche wolle man sich zudem mit Winfried Birnmann im Bauamt zusammensetzen. Birnmann hatte die Unterschriftenliste vorbereitet, mit der die Wasserburger den Rückbau des Mobilfunkmastes fordern. Im Fokus des Anwohner-Protests stehen Gesundheitsrisiken. Schmidt bezeichnet das Treffen als „Chance, dass beide Seiten aufeinander zugehen“.

Zum gesundheitlichen Aspekt sagt ein Sprecher des Landesamtes für Umwelt: „Zum Schutz der Bevölkerung vor elektromagnetischer Strahlung gelten beim Betrieb der Mobilfunknetze in Deutschland Grenzwerte. Sofern diese eingehalten werden, kann eine gesundheitliche Beeinträchtigung der Anwohner ausgeschlossen werden.“

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Ein Artikel von
Stephanie Lorenz

Günter Holland Journalistenschule
Ressort: Volontärin


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