Sonntag, 24. September 2017

26. Oktober 2010 10:20 Uhr

Weltweit einmalig

Günzburg "Summer School" nennt sich, was am gestrigen Montag auf Schloss Reisensburg (Stadt Günzburg) seinen Anfang nahm. Klingt nach Open-Air-Workshop in beschaulicher Kulisse, ist es aber nicht. Sondern: Die medizinische Fakultät der Universität Ulm beginnt in ihrem Wissenschaftszentrum ein weltweit einmaliges Projekt: ein Online-Weiterbildungsstudium in der Fachrichtung Onkologie. Von Helmut Kircher

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Aus zwölf Ländern

18 Studierende aus zwölf Ländern haben es geschafft, sind aus mehr als 50 Bewerbungen als "Auserwählte" hervorgegangen. Studenten im eigentlichen Sinn sind sie jedoch nicht beziehungsweise nicht mehr, denn alle haben, so schreiben es die Aufnahmebedingungen vor, nicht nur ein abgeschlossenes Medizin- oder naturwissenschaftliches Studium hinter sich, sondern auch eine mehrjährige Praxis onkologischer Tätigkeit.

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Nun sitzen sie am ovalen Tisch im Vortragsraum und harren der Begrüßungsworte hochrangiger Universitätsvertreter. Welcome addresses, alle in astreinem Wissenschaftsenglisch und freier Rede - geschliffen und geformt. Professor Thomas Wirth, Dekan der medizinischen Fakultät, bringt die Gründe der Studienteilnahme auf den Punkt: "Learning all your life ...", sein Leben lang lernen, das ist nun mal das Schicksal des Mediziners im Allgemeinen und des Onkologen im Besonderen. Der rasante medizinische Fortschritt, das Know-how auf der einen Seite, Krankheitszuwächse und Wissensdefizite auf der anderen, machten es insbesondere von Seite der Universitäten nötig, Brücken zu bauen, von Nord nach Süd, von West nach Ost. So argumentiert beim Pressegespräch Prof. Dr. Theodor M. Fliedner, Mitinitiator und -organisator des Projekts. Wissensvermittlung zwischen Institutionen der entwickelten Welt mit denen von Entwicklungsländern, dies sei Ziel und Absicht gewesen während seiner vierjährigen Tätigkeit als Direktor des wissenschaftlichen Beratungsgremiums der Weltgesundheitsbehörde (ICAS), betont er. Und damit war es Anstoß und Einstieg in das nun zu beginnende Projekt.

20 000 Euro Kosten für jeden

In der Teilnehmerliste finden sich neben Namen aus Deutschland, USA, Kanada oder Rumänien auch solche aus Südafrika, Sambia, Nigeria, Ägypten, Brasilien, Jordanien und dem Irak. 20 000 Euro kostet jeden von ihnen die Teilnahme an dem viersemestrigen Projekt über zwei Jahre, trotz 600 000 Euro Förderungsgelder des Landes Baden/Württemberg.

Von verschiedenen Stiftungen seien Stipendien bewilligt worden, erklärt die Leiterin des Studienprogramms, Dr. Manuela Bergmann. Sie benennt Ziel und Zweck dieser umfangreichen "E-Learning" Plattform - einer Methode, die an der Ulmer Universität schon auf mehreren Gebieten erfolgreich angewendet wird. Die Teilnehmer sollen mithilfe neuer und neuester Medien nicht nur auf den aktuellsten medizinisch fachspezifischen Wissensstand gebracht, sondern darüber hinaus auch mit Techniken der Organisation und des Managements vertraut gemacht werden. Bergmann: "Im Irak zum Beispiel stehen sechs Linearbeschleuniger und niemand kann damit umgehen!"

Kenntnisse in der Krebstherapie

Was die Teilnehmer während des Studiums und nach erfolgreichem Abschluss mit "Master of Science"- Diplom in der Hand erwarten, ist unterschiedlich. Ahmed Rabea, ein in Kanada arbeitender Ägypter, wie auch Mohamed Al-Noseery aus Lusaka/Sambia, beide Radioonkologen, erhoffen sich vertiefende Kenntnisse in der Krebstherapie, um dieses Wissen im Heimatland in Ausbildung und Diagnostik zu investieren.

Dramatische Kürzungen

Der Iraker Nasser Ghaly Yousif, Onkologe an der Colorado University Aurora (USA), beklagt, dass in seinem Heimatland - trotz zunehmender Krebsraten aufgrund von Umweltproblemen - dramatische Kürzungen im klinischen Bereich vorgenommen würden. Dennoch sei für ihn eine Rückkehr unumgänglich: "I will return to my country!" Professor Fliedner fühlt sich bestätigt: "Das ist genau das, worauf wir abzielen."

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