Eine Gruppe von Männern hat in Leipheim (Landkreis Günzburg) auf einem Parkplatz einen 34-Jährigen krankenhausreif geschlagen. Die Täter flüchteten mit fünf Autos. Von Rebekka Jakob

War es ein Racheakt oder ein Einschüchterungsversuch? Die Ermittler der Kriminalpolizei Neu-Ulm versuchen derzeit herauszufinden, warum ein Mann aus dem Raum Günzburg am Montagabend auf dem Parkplatz beim Leipheimer Gartenhallenbad (Landkreis Günzburg) brutal zusammengeschlagen wurde. Eine Bande von zehn bis 15 Männern hatte sich auf den 34-Jährigen gestürzt – danach stahlen die Täter auch noch sein Auto.
Das Ganze muss sich wie in einem Krimi abgespielt haben – Besucher des Gartenhallenbades beobachteten den Vorfall durch die Fenster der Schwimmhalle. „Unglaubliche Szenen liefen an der Einfahrt zum Parkplatz des Hallenbades ab“, so Kripochef Jürgen Schweizer. Badegäste beobachteten gegen 20.10 Uhr, wie zwei Fahrzeuge quer gestellt wurden, um einem 7er-BMW die Ausfahrt aus dem Parkplatz zu versperren.
Eine ganze Gruppe von Männern griffen dann den Fahrer des BMW an. „Der 34-jährige Mann wurde massiv bedroht, geschlagen und am Boden liegend getreten“, schildert Schweizer. Der Mitfahrer im Fahrzeug des Geschädigten, ein 32-jähriger Bekannter des Fahrers, war nach Einschätzung der Polizei offensichtlich nicht Hauptziel des Angriffes. Er wurde nur leicht verletzt.
Schlimmer erwischte es den Fahrer: Durch massive Fußtritte erlitt er schwere Verletzungen am Kopf. Mit Gesichtsknochenbrüchen wurde er ins Krankenhaus gebracht. Sein Auto verschwand erst einmal – die Täter schnappten sich die Schlüssel und fuhren davon. Insgesamt mindestens fünf Autos nutzen die Angreifer für die Flucht, so Schweizer.
Der zunächst verschwundene BMW wurde später verlassen im Bereich Riedheim, nur wenige Kilometer vom Tatort entfernt, aufgefunden.
„Bislang sind die Hintergründe des Angriffes im Unklaren“, sagt der Erste Kriminalhauptkommissar. „Die Ermittlungen gestalten sich äußerst schwierig.“ Möglicherweise handle es sich um einen Rache- oder Einschüchterungsakt aus dem russischen Migrantenmilieu, vermutet die Kripo.
Der Kripochef zeigte sich im Gespräch mit unserer Zeitung erschüttert über die Brutalität des Angriffs. Solche Attacken vermute man eigentlich eher in Großstädten. „Wir werden zusammen mit den Kollegen der Günzburger Polizeiinspektion solchen Entwicklungen massiv entgegentreten“, so Schweizer.
Zeugen des Überfalles vor dem Hallenbad, aber auch Personen, die Hinweise auf eine derartige Tätergruppe oder deren Fahrzeuge machen können, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei Neu-Ulm unter Telefon (0731) 8013 0 in Verbindung zu setzen.
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