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20. April 2011 18:00 Uhr

Günzburg

Zur Großdemo gegen Atomkraft werden 5000 Teilnehmer erwartet

Günzburg bereitet sich für Ostermontag auf eine der größten Veranstaltungen der vergangenen Jahrzehnte vor. Tausende Kernkraftgegner wollen gegen Atomstrom demonstrieren.

Anti-Atom–Demonstration in Ingolstadt (Archivfoto).

Die geplante Anti-Atom-Demonstration am Ostermontag in Günzburg wird eine der größten Veranstaltungen der vergangenen Jahrzehnte. Veranstalter und Behörden rechnen mit 5000 Teilnehmern aus Schwaben und dem Allgäu, Oberbayern und Baden-Württemberg. Wer an diesem Tag tagsüber im Freien einen Kaffee oder ein Eis auf dem Marktplatz genießen will, wird Pech haben: Die Wirte dürfen aus Sicherheitsgründen bis 19 Uhr den Außenbereich nicht bestuhlen.

Am Mittwoch waren Mitarbeiter der Stadtverwaltung unterwegs, um den Gastronomiebetrieben die Bescheide zu überbringen. Darin werden die Sondernutzungserlaubnisse für Gaststätten auf dem Marktplatz widerrufen. „Als Teilnehmer an der Demonstration werden nicht nur Erwachsene erwartet, sondern auch Familien mit Kindern. Insbesondere für diese stellen Hindernisse wie Stühle und Tische im Falle einer Massenpanik eine erhebliche Gefahr dar, die weder vom Landratsamt noch von der Polizei hingenommen werden kann“, teilt der Sprecher des Landratsamtes, Karl-Heinz-Thomann, mit. Eine Alternative zu dieser Entscheidung habe es für alle Beteiligten nicht gegeben. Insbesondere nach den Vorfällen bei der Love-Parade in Duisburg müsse auf die größtmögliche Sicherheit geachtet werden, so Thomann.

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Die Großdemo am Ostermontag, 25. April, steht unter dem Motto „Deine Stimme gegen Atomkraft“. Sie beginnt um 13 Uhr. Um 13.30 Uhr ist ein Marsch vom Bahnhof zum Marktplatz geplant, kündigt Ordnungsamtsleiter Helmut Stammer an. Veranstalter ist das „Forum gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.“. Zur Teilnahme aufgerufen haben unter anderem derBund Naturschutz, die SPD, ÖDP, Grüne, Linke, Piratenpartei, Freie Wähler, Mahnwache Gundremmingen sowie der DGB. Auf Wunsch der Veranstalter findet die Demo auf dem Marktplatz statt und zwar im oberen Bereich zwischen Postgasse und Dillinger Straße.

Keine Außenbewirtung bis 19 Uhr auf dem Marktplatz

Bereits im März hatte ein Kooperationsgespräch zwischen allen Beteiligten (Veranstalter, Landratsamt, Stadt und Polizei) stattgefunden. Dabei wurden die Details der Versammlung besprochen.

Anfangs sind Veranstalter und Behörden von circa 3000 Teilnehmern ausgegangen. „Aufgrund der jüngsten Ereignisse in Fukushima, und nachdem in anderen bayerischen Standorten die Kernkraftwerke vorläufig stillgelegt wurden, hat sich Günzburg zu einem der zentralen Versammlungsorte in Süddeutschland entwickelt“, so Landratsamtssprecher Thomann. Daher fand im Landratsamt am Montag ein erneutes Gespräch mit den Organisatoren statt, um etwaige Sicherheitsrisiken abzuklären. Es wurde einvernehmlich entschieden, dass der Marktplatz als Versammlungsort bleibt. Da jedoch mittlerweile von 5000 Teilnehmern ausgegangen wird, stellt eine Bestuhlung des Marktplatzes ein zu großes Sicherheitsrisiko dar.

Die Behörden bitten daher alle betroffene Anwohner und Geschäftsleute um Verständnis, dass an diesem Tag bis voraussichtlich 19 Uhr am Marktplatz keine Außenbewirtung erfolgen kann. Der Verkauf innen bleibt weiterhin möglich.

Die Polizei bereitet sich intensiv auf die Demo vor. Die Günzburger Inspektion bekommt dabei Unterstützung von der Bereitschaftspolizei, von Einsatzzügen und von der Kripo. „Wir rechnen mit einer friedlichen Demonstration mit einer großen Personenzahl aus dem bürgerlichen Lager“, berichtet Leiter Ernst Maguhn.

Laut Ordnungsamtsleiter Stammer werden auf dem Marktplatz sechs Infostände von Parteien und Gruppen aufgebaut sein, eine Bühne und eine Ausschankstelle. Auch mehrere Dixi-Klos und zusätzliche Mülltonnen sollen aufgestellt werden. „Ich kann mich nicht erinnern, dass es in Günzburg schon jemals eine so große Demo gegeben hat“, sagt Stammer. Als der ehemalige französische Staatspräsident Francois Mitterrand zusammen mit Altbundeskanzler Helmut Kohl im April 1989 über den Marktplatz schritten, habe es ähnlich viele Menschentrauben gegeben.

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