Dienstag, 30. August 2016

30. September 2013 00:36 Uhr

Halbzeit-Gespräch

Aufwärmen einmal anders

Die Karriere des Fußballers Michael Wende ist um eine Merkwürdigkeit reicher

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Bubesheim Die erste Überraschung gab’s schon vor dem Anpfiff zur Partie gegen Ottobeuren: Top-Torjäger Michael Wende musste auf der Bubesheimer Bank Platz nehmen. Ob aus taktischen oder disziplinarischen Gründen, ließen die Verantwortlichen erst mal offen.

Sein Trainer argumentierte auf konkrete Anfrage nach dem Heimsieg fürs erste Hinhören eher in Richtung der Deutungsmöglichkeit Taktik. Ajet Abazi führte an, dass er mit Bayram Sadrijaj eine Offensivkraft in das auf eine Spitze zugeschnittene System bringen wollte, die „Bälle auch mal zurücklegt“. Damit allein transportierte er freilich schon das Thema Disziplin, das sich im Zusammenhang mit Michael Wende in den vergangenen Wochen – nicht zum ersten Mal in der Laufbahn dieses rein fußballerisch so großartigen jungen Mannes – wieder mal verstärkt stellte. Abazi wollte also, um es salopp zu formulieren, einen Stürmer auf dem Platz haben, der den eigenen Erfolg nicht oder zumindest nicht immer über alle anderen Interessen stellt. Deshalb sagte der Bubesheimer Spielertrainer zusätzlich an die Adresse von Wende: „Er muss lernen, dass Fußball ein Mannschaftssport ist.“ Und damit argumentierte Abazi dann doch ziemlich eindeutig auf der Disziplin-Seite der genannten Varianten.

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Wie weit Wende noch immer von Tugenden wie Mannschaftsdienlichkeit oder Teamgeist entfernt ist (und niemand weiß, ob dieser Zustand trotz zwischenzeitlich guter Ansätze möglicherweise ein Fußballer-Leben lang anhält), offenbarte er am Samstag in der Halbzeitpause des Heimspiels. Während sich seine Kameraden von der Ersatzbank in Richtung Strafraum aufmachten, um sich dort fitzuspielen für einen Einsatz nach dem Wechsel, nutzte der Torjäger seine Freizeit zu einem kleinen Spaziergang. Der führte ihn über die Mittellinie auf die andere Seite des Sportplatzes, wo er fortan ein intensives Gespräch mit Markus Deibler führte. Das ist der Trainer des Bubesheimer Liga- und Landkreis-Rivalen TSG Thannhausen, der den spielfreien Samstag seiner Elf dazu verwendete, sich den Aufsteiger aus der Nachbarschaft mal anzuschauen. Immerhin prallen die beiden Rivalen am 12. Oktober zum Derby aufeinander.

Was Wende und Deibler inhaltlich besprochen haben, ist nicht bekannt. Und was die Bubesheimer Verantwortlichen von dem Acht-Minuten-Talk an der Mittellinie hielten, wollten sie öffentlich nicht verraten. So richtig glücklich sahen freilich weder Ajet Abazi noch Abteilungsleiter Karl Dirr drein.

Ach ja: Nach diesem Aufwärmprogramm durfte Wende in der 56. Minute für den entkräfteten Sadrijaj aufs Feld. Im weiteren Spielverlauf fiel er nicht weiter positiv auf.

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Ein Artikel von
Jan Kubica

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Ressort: Sport


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