Bubesheim mangelt’s an Effektivität. 0:3 gegen Wemding Von Jan Kubica
Bubesheim In fataler Regelmäßigkeit vermeidet es der Fußball-Bezirksligist SC Bubesheim, sich für spielerisch starke Auftritte selbst zu belohnen. Der Samstag bot ein Musterbeispiel. Das Heimspiel gegen den TSV Wemding endete 0:3, obwohl die Gastgeber tollen Kombinationsfußball zeigten und phasenweise drückend überlegen waren, während der Aufsteiger offensiv praktisch nicht stattfand und im ersten Durchgang aus beinahe nichts zwei Tore machte.
Genau hier freilich liegt der Ansatzpunkt für Bubesheimer Selbstkritik. Da sich Zahl und Qualität der Torchancen nun schon mehrfach in dieser Runde in schwindelerregender Höhe befunden haben, müssen sich die Kicker ernsthaft hinterfragen, ob sie wirklich immer mit allerletzter Konsequenz den Abschluss suchen. Im Extremfall bedeutet das, selbst Aluminiumtreffer nicht reflexartig als „Pech“ zu deklarieren (gegen Wemding drosch Raphael Wende die Kugel aus elf Metern an den Querbalken, den später auch Markus Streit mit seinem Versuch touchierte). Die besten aus einem Dutzend weiterer Hochkaräter ließen Torsten Frank, Michael Wende und Denis Mehic liegen.
Bubesheim bewarb sich also nachdrücklich für den Schönheitspreis. Der wirkt sich aber in der Tabelle nicht aus und wie effektiv man mit (herausgespielten oder geschenkten) Gelegenheiten umgehen kann, bewiesen die Wemdinger. Nach ihrem ersten gelungenen Angriff überwand Daniel Haller den Bubesheimer Torwart Simon Zeiser mit einem Heber aus 18 Metern (30.) und derselbe Spieler schob den Ball zum 0:2 ins Netz, nachdem SCB-Mittelfeldmann Arton Berisha die Kugel vertändelt hatte (45.).
Dass Martin Leimer nach einem Konter auch noch das 0:3 glückte, spielte zu diesem Zeitpunkt (84.) schon fast keine Rolle mehr. Bis dahin nämlich hatten die Bubesheimer ihr zweites großes Manko dieser Herbstrunde zutage gefördert: ihre Undiszipliniertheit. Im Wemding-Spiel lässt sich das am besten an der womöglich entscheidenden 60. Minute darstellen. Bei einem Angriff der Bubesheimer erkannten gefühlte 95 der 100 Augenzeugen ein klares Handspiel eines Wemdingers im Strafraum. Statt jedoch Elfmeter zu pfeifen (weil er es genauso gesehen hatte) oder weiterlaufen zu lassen (weil er nichts gesehen hatte), entschied Schiedsrichter Thorsten Rössle auf Freistoß für die Gäste. Der Ball rollte nach wütenden Protesten der Gastgeber zwar wieder, doch Sekunden später lagen die Nerven von Spielertrainer Ömer Koc immer noch dermaßen blank, dass er sich in einer Situation erst Gelb und dann Gelb-Rot abholte. Statt also mit einem Elfmeter eventuell zu verkürzen, standen die Gastgeber urplötzlich nur noch zu zehnt auf der Wiese. Das bedeutete den eigentlichen Knackpunkt. Als Roman Krez wegen eines Fouls im Mittelfeld noch Rot und Berisha wegen seines anschließenden Reklamierens Gelb-Rot sahen (89.), machte das den Kohl nicht mehr fett. Der Bubesheimer Abteilungsleiter Karl Dirr sah nach diesen Platzverweisen auch sofort zwei Seiten derselben Medaille und merkte an: „Was ich dem Schiedsrichter ankreide ist, dass er keinen roten Faden in der Spielführung hatte und dass er bei gleichen Vergehen mit zweierlei Maß gemessen hat. Was ich aber bei uns bemängle ist, dass wir in hektischen Situationen nicht ruhig bleiben. Das werden wir intern klären.“
SC Bubesheim: Zeiser – Wasner, Krez, Streit (46. Mehic), R. Wende, Zajic, Frank, Berisha, Koc, Nerdinger (60. Wagner), M. Wende
Rote Karte: Krez (89.) Gelb-Rote Karten: Koc (60.), Berisha (89./alle SCB)
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