Neu-Ulm In einem in dieser Form noch nie da gewesenen Akt von Brutalität hat am Wochenende ein 18-jähriger Schläger in Neu-Ulm eine Polizeibeamtin und ihren männlichen Kollegen angegriffen und verletzt. Nachdem es zunächst geheißen hatte, eine Gruppe von Jugendlichen habe die Ordnungshüter attackiert, ist nun klar: Der 18-Jährige ging allein auf die Polizisten los - und zwar äußerst brutal. Von Bernd Kramlinger
Ein Rückblick: In der Nacht zum Sonntag kurz nach 24 Uhr hatten Anwohner die Polizei gerufen, weil eine Gruppe Heranwachsender nahe des Hallenbads an der Kanstraße randalierte. Eine Streifenwagenbesatzung, bestehend aus einer Frau und einem Mann, wollte für Ruhe sorgen. Unter anderem wollten die Beamten die Personalien der Ruhestörer aufnehmen. Der Rädelsführer der Gruppe, ein 18-Jähriger aus Neu-Ulm, war damit aber laut Polizei "nicht einverstanden".
Beleidigend gegenüber Beamten
Weil er behauptete, keine Papiere bei sich zu haben, drohten ihm die Polizisten an, ihn "zur Überprüfung seiner Identität" mit auf die Dienststelle zu nehmen. Daraufhin wurde der als "aggressiv" beschriebene Mann extrem ausfällig und beleidigend gegenüber den Beamten.
Als die Polizisten ihn deshalb vorläufig festnehmen wollten, leistete er heftigen Widerstand. Laut Polizei gab es zwischen dem jungen Mann und dem Polizeibeamten ein Gerangel, in das anscheinend auch die Beamtin eingriff. Im Laufe der Handgreiflichkeiten gingen wohl alle drei zu Boden. In der Folge kam der Heranwachsende schneller als der Beamte auf die Beine. Er soll dann mit dem Fuß gegen den Kopf des Polizisten getreten haben. Es gelang den Angegriffenen offenbar, sich mit Pfefferspray zu wehren und Verstärkung anzufordern.
Im Zuge einer sofort eingeleiteten Fahndung mehrerer Streifenfahrzeuge konnte kurze Zeit später der Täter festgenommen werden.
Der 18-jährige Bursche ist bei der Neu-Ulmer Polizei "kein unbeschriebenes Blatt". Nach den Worten von Andreas Rohrmeier, Leiter der Polizeiinspektion Neu-Ulm, ist er bereits mehrfach wegen Körperverletzungsdelikten aktenkundig geworden. Er sei - wie bereits in der Vergangenheit - auch am Sonntag alkoholisiert gewesen, als er auf den Polizisten einschlug.
Die Verletzungen der beiden Beamten seien "nicht schlimm". Beide ließen sich aber am gestrigen Montag ärztlich untersuchen. Rohrmair ist dennoch "schockiert über diese Art der Aggressivität". Zwar seien für seine Kollegen Gewalthandlungen an der Tagesordnung - dass ein Randalierer aber gegen den Kopf eines Beamten am Boden getreten habe, sei in Neu-Ulm ein "Novum".
Der Vorfall hat laut Rohrmair zu einer Diskussion in Reihen der Neu-Ulmer Polizei geführt nach dem Motto: "Müssen wir jetzt ständig mit solchen Angriffen rechnen?" Rohrmair, der sich den brutalen Ausbruch nicht erklären kann, sagt: "Ich glaube und hoffe es nicht."
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