Vöhringen Amadeus hat viele Fans. Nein, nicht der mit Nachnamen Mozart heißt, sondern die Puppe aus dem Fundus von Bauchredner Perry Paul. Der weiß die Besucher im voll besetzten Saal des Wolfgang-Eychmüller-Hauses trefflich zu unterhalten – mit Witz, intelligentem Humor, aber auch mit flotten Sprüchen. Mal brav und harmlos, mal frech-frivol. Die Zuschauer haben zwei Stunden ihren Spaß.
Die Bühne ist leer bis auf einen Stapel Kisten, die im Scheinwerferlicht mattgolden glänzen, im Hintergrund eine Art textile spanische Wand. Perry Paul betritt die Bühne und er präsentiert den sprechenden Tukan Nico. Es dauert keine zwei Minuten und der Draht zwischen Perry Paul und Publikum glüht. Die Dialoge zwischen Bauchredner Perry Paul sind witzig, die Puppen schlagfertig und sehr vielgestaltig. So gibt es den sprechenden Motorradhelm, der buchstäblich eine freche Klappe hat, nämlich wenn von unsichtbarer Hand gesteuert, das Visier auf- und zuklappt.
Handpuppe Aaron klagt über seine Wehwehchen
Dann kommt Aaron, der in Ehren ergraute Senior, er klagt ganz traurig und trotzig über seine bessere Hälfte. Dass solcherlei Witzchen bei den Besuchern ankommen, versteht sich fast von selbst. Schließlich ist das Thema Frau und Mann ein schier unerschöpfliches. Aber Aaron kann noch mehr. Er heißt nicht umsonst Aaron, weil sein Vorname Elvis ist. Und dem macht er – besser Perry Paul – stimmlich alle Ehre. Aber Amadeus, die zerzauste Katze mit keckem, bayerischem Sepplhut auf einem Ohr, ist mit seinem Mundwerk Liebling des Publikums.
Nach der Pause zaubert Bauchredner Perry einen Frosch aus dem Hut, unterhält sich mit Babys, wovon eines der kleine Joe Cocker mit großer Stimme ist. Dann streift Perry Paul einen gestreiften Strumpf über seinen Arm, Brille auf die imaginäre Nase, Hütchen auf und schon wird blödelnd parliert. Und zum Schluss ist Star Amadeus noch mal an der Reihe. Fazit: Wer an diesem Abend nicht gelacht hat, ist selber schuld.