Weil das Landratsamt Neu-Ulm das ausgelagerte Archiv des Ortes auflöst, gehen die Bestände an die Marktgemeinde zurück. Sie müssen nun penibel aussortiert werden. Diese "Mammut-Aufgabe", so Bürgermeister Roland Biesenberger, übernimmt nun der neue Archivar. Auf Vorschlag Biesenbergers hat der Marktrat einstimmig Alt-Bürgermeister Anton Graf diese Arbeit übertragen.
Die Kreisbehörde hatte dem Markt empfohlen, überholte Literatur aus den Beständen zu entsorgen, einige Bücher würde das Landratsamt allerdings übernehmen. Die alten Druckwerke haben in der Regel keinen hohen Handelswert.
Zum Fortwerfen seien die Exemplare zu schade, meinte Marktrat Max Braunmiller (Freie Bürger). In Privathände gehe von den Beständen nichts, so Biesenberger.
Das Archiv besteht derzeit aus einem Kellerraum, erläuterte Rathaus-Amtsmann Ernst Vill. Dort lagern Bestände bis zurück ins 19. Jahrhundert. Eine Archivpflege findet derzeit aber nicht statt.
"Was kostet der Archivar", fragte CSU-Fraktionssprecher Gerhard Unglert. Der gemeindliche Archivar sollte ein Vertrauensmann sein und werde beim Aussortieren der Unterlagen mit dem Bürgermeister zusammenarbeiten, betonte Biesenberger. "Ein Fulltime-Job oder nebenberuflich", erkundigte sich Willy Weiske, Sprecher der Freien Bürger. "Der Archivar, den wir meinen, kostet gar nichts", sagte der Bürgermeister. Vorgeschlagen wurde Altbürgermeister Anton Graf. "Kostenlos", sollte in den Beschluss aufgenommen werden, forderte Franz Eberl (UWG).
So beschloss der Marktrat, dass die Archivtätigkeit von Alt-Bürgermeister Anton Graf übernommen wird und "für diese Tätigkeit kein Entgelt bezahlt wird".
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