Buch/Roggenburg (wk) - Die Milcherzeuger in der Region wollen ihr Schicksal jetzt selbst in die Hand nehmen. Da der Milchpreis deutschlandweit immer weiter gesunken ist - teilweise schon unter 20 Cent pro Liter, soll nun ein sogenanntes Milch Board bei der Vermarktung helfen. Wie das funktioniert, sollen die Landwirte auf zwei Infoveranstaltungen erfahren.
Bundesweit soll der Milcherzeuger Milch Board als wirtschaftlicher Verein den Verkauf der Milch zu marktgerechten Mindestpreisen ermöglichen, so MEG-Ansprechpartner und Landwirt Martin Sauter aus Roggenburg-Ingstetten. Bisher waren die Milcherzeuger an die Abnahme durch Großmolkereien und den mit diesen vereinbarten Preisen gebunden.
"Das Milch Board ist offen für alle Milcherzeuger und ist die Alternativ-Organisation zur bisherigen Milcherzeugergemeinschaft", sagt Sauter - also auch für Mitglieder des Bayerischen Bauernverbands. Das Milch Board will den Landwirten die Vorteile einer starken Gemeinschaft bieten und gleichberechtigter Marktpartner der Molkereien sein. Nur so lasse sich nach Überzeugung der Organisatoren ein tragfähiger Milchpreis erzielen.
Im vergangenen Jahr hatte ein bundesweiter Boykott der Milcherzeuger kurzfristig zu einem Preis von 33 Cent pro Liter geführt, der aber aufgrund der Überproduktion wieder erheblich unter Druck geraten ist. Teilweise müssten Agrargenossenschaften als Milcherzeuger bereits den Lohn von Leiharbeitern kürzen, weiß Landwirt Sauter.
Die Infoveranstaltungen zum Milch Board finden statt am Montag, 6. April, 20 Uhr, im Rasthof Seligweiler, A 8-Anschluss Ulm-Ost, und am Dienstag, 7. April, 20 Uhr, Gasthaus "Linde", Oberrother Straße 15, 89299 Unterroth.
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