Ihre Kampfbereitschaft zum Erreichen eines gemeinsamen Basispreises für Milch betonten die Neu-Ulmer Mitglieder der sich bundes- und europaweit organisierenden Milcherzeugergemeinschaft "Milch-Board" bei einer Protestversammlung im Hotel Seligweiler.
Unterroth/Elchingen (mde) - Ihre Kampfbereitschaft zum Erreichen eines gemeinsamen Basispreises für Milch betonten die Neu-Ulmer Mitglieder der sich bundes- und europaweit organisierenden Milcherzeugergemeinschaft "Milch-Board" (was man auch mit "Milchgewerkschaft" übersetzen könnte) bei einer Protestversammlung im Hotel Seligweiler. Gestern Abend trafen sich die Milchbauern aus dem südlichen Landkreis Neu-Ulm im Gasthaus "Linde" in Unterroth.
Zusammen mit dem Bund Deutscher Milcherzeuger wollen die landwirtschaftlichen Gewerkschaftler verhindern, "dass den Erzeugern, denen die Milch bis zum Hals steht, von den marktbeherrschenden Lebensmittelkonzernen das Wasser vollends abgegraben wird", wie der Milch-Board-Kreisvorsitzende Martin Sauter (Ingstetten) und der Baden-Württembergische Landesvorsitzende Daniel Kießecker (Schwäbisch Hall) auf der Erzeugerversammlung betonten.
"Wir müssen uns formieren, wir müssen losmarschieren und wir müssen selbstbewusst um das kämpfen, was für jeden Handel gilt, nämlich dass der Preis für eine Ware feststeht, bevor geliefert wird", machte Daniel Kießecker das oberste Milch-Board-Ziel deutlich. "Das Kirchturmdenken muss beendet werden, wir brauchen einen nach unten gedeckelten EU-weiten Basispreis, damit wir nicht zu Knechten der Lebensmittelkonzerne verkommen. Dieser Preis wird vom Milch-Board festgesetzt", unterstützte Martin Sauter seinen Vorredner. "Was ist der Unterschied zwischen Milch-Board und einer normalen Milcherzeugergemeinschaft (MEG)?", fragte ein Zuhörer. Eine normale MEG sei ausschließlich um die bestmögliche Vermarktung der von ihren Mitgliedern erzeugten Milch bemüht, egal ob damit die Produktionskosten gedeckt würden oder nicht. Das Milch-Board befasse sich neben der Vermarktung mit der Gestaltung der Verkaufsregeln, deren Ziel der Basispreis sei, unter dem keine Milch geliefert würde, antwortete Sauter.
"Wir müssen europaweite Verkaufsregeln erreichen, die besagen, welcher Milchpreis mindestens erzielt werden muss, damit die Milch überhaupt dem Milchmarkt zugeliefert wird", ergänzte Daniel Kießecker.
"Die Lage ist dramatisch. Der Erzeugerpreis pro Liter liegt bei 39 bis 41 Cent. Der aktuelle Milchpreis liegt bei 26 Cent und ist weiter auf Talfahrt, teilweise ist er bereits bei 19 Cent angelangt und das trotz steigender Preise bei den Milchprodukten und horrenden Gewinnzahlen der Konzerne. Deren Marktbündelung ist europaweit abgeschlossen. Es ist höchste Zeit, dass die Bündelung der Erzeuger folgt und sich der Milchpreis an den Produktionskosten orientiert und nicht an dem, was der Handel für uns übrig lässt.
Wir sind nicht länger die Letzten in der Vermarktungskette, sondern die Ersten. Der nächste Lieferboykott wird nicht mehr landesweit, sondern europaweit erfolgen", warnte er "die globalen Preisdrücker". Mit dem Satz "Es gibt keine Alternative zum Milch-Board, Marktmacht hat derjenige, der am Markt Macht hat", schloss Kießecker die Versammlung, der eine lebhafte Diskussion folgte.
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