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27. Dezember 2007 19:10 Uhr

Bombastisch: Ein Mann mit Sprengkraft

Edgar Rohr ist der Mann mit Knalleffekt. Wörtlich. Denn der 41-jährigeIllertisser Diplomchemiker ist Pyrotechniker aus Leidenschaft. Seitknapp 20 Jahren ist er selbstständiger Unternehmer und veranstaltetFeuerwerke im In- und Ausland in ganz großem Stil.

Illertissen/Günzburg/Landkreis

Edgar Rohr ist der Mann mit Knalleffekt. Wörtlich. Denn der 41-jährige Illertisser Diplomchemiker ist Pyrotechniker aus Leidenschaft. Seit knapp 20 Jahren ist er selbstständiger Unternehmer und veranstaltet Feuerwerke im In- und Ausland in ganz großem Stil. Ob das Donaufestival, die Lichterserenade in Ulm, Feuerwerke im Günzburger Legoland, in anderen Freizeitparks in Deutschland, oder am kommenden Montag das Silvesterfeuerwerk der Bodensee-Schifffahrtsbetriebe - Edgar Rohr hat besten Ruf, ist mit seinen außergewöhnlichen Himmelskreationen dick im Geschäft. Mit durchschnittlich 100 Events im Jahr.

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Aber nicht nur hierzulande. Seit geraumer Zeit hat er auch eine Kooperation mit dem Marktführer auf dem pyrotechnischen Sektor in Italien, "Martarello-Fireworks", geschlossen. Beide unterstützen sich bei der Organisation von Feuerwerken ebenso wie bei der Zulassung im jeweils anderen Land. Und sie arbeiten auch in Zentralchina zusammen: in Liuyang-Hunan, wo Edgar Rohr im eigenen Betrieb seine Feuerwerkskörper nach seinen Rezepturen herstellen lässt.

Bomben in Bunkern

Mittlerweile hat der 41-Jährige neben seinem Stammsitz in Dettingen (Landkreis Biberach) auch das ehemalige Munitionslager in einem Wald nahe Memmingen gekauft, das früher der Bundeswehr gehörte. 135 000 Quadratmeter. In den ehemaligen Militärbunkern lagern Feuerwerkskörper in Mengen, von dort aus wird logistisch perfekt alles vom Design bis zur Durchführung gesteuert. "Das A und O ist die Sicherheit", sagt Perfektionist Rohr, der auch Fachgutachter seiner Branche ist. Deshalb wird vor jedem Feuerwerk eine "Gefährdungsbeurteilung" erstellt.

Seit Edgar Rohr 16 Jahre alt ist faszinieren ihn Feuerwerkskörper aller Art. Los ging alles mit dem berühmten Chemiebaukasten. Und es zeigte sich, dass der Bub sprichwörtlich Dynamit im Blut hatte. Nach seiner Schulzeit in Illertissen studierte Rohr an einer Isnyer Privatakademie Ingenieurwesen. Schon damals hatte er sich finanziell mit Pyrotechnik über Wasser gehalten. Heute zündet er seine Bomben top-professionell. Die schwerste wiegt 20 Kilogramm und steigt fast 400 Meter hoch.

Seine Mega-Feuerwerke lässt Edgar Rohr mit seinem Team computergesteuert und nur unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen hoch. Dafür beschäftigt er ausgebildetes Personal. Und so kann es in der Hochsaison, im Sommer, schon mal vorkommen, dass an bis zu 15 Orten "gleichzeitig" gefeuert wird. Rohr, den seine Freunde liebevoll "Pulver-Eddi" nennen, ist ein explosiver Unternehmer, bei dem es funkt, wann er es will. Seine spektakulären Feuerwerke brennt er nicht nur deutschlandweit ab, sondern mittlerweile in Verbindung mit "Martarello", auch in ganz Italien. "Rot, weiß, grün, Knall", so beschreibt Edgar Rohr gerade die Vorliebe der Italiener für Himmelsraketen. Wir Deutschen hingegen mögen es da schon ruhiger, melancholischer. "Goldweiden, das gefällt in unseren Breiten", erklärt Rohr. Aber gleich ob es Formwünsche oder Farbvorlieben sind oder das Ganze mit Musik und Choreografie gekoppelt sein soll, Edgar Rohr macht so ziemlich alles möglich. Seine neueste Erfindung ist das sogenannte "Wasser-Ballett": Feuerwerkskörper (Batterien), die man speziell und effektvoll im und aus dem Wasser zündet. Aber es geht auch ganz ohne Knall. Mit den "Skylaternen" etwa, asiatischen Beleuchtungskörpern, die nach einer gewissen Brenndauer elfengleich in den Nachthimmel gleiten (www.skylaterne.rohr-gmbh.com).

Doch von wegen Schall und Rauch. "Nebenbei" ist Edgar Rohr auch noch leitender Ingenieur eines analytischen Entwicklungslabors für technische Chemie in Günzburg: bei der Firma "Arkema". Wie das alles zeitlich funktioniert? "Nur eine Frage der Logistik", sagt Rohr lächelnd, der eigentlich immer unter Spannung steht. Und wenn er mal Freizeit hat, dann verbringt er die am liebsten mit drei Frauen: seiner Gattin und den zwei Töchtern.

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