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Caritasverein bemüht sich um Bürokratieabbau

Illertissen

Caritasverein bemüht sich um Bürokratieabbau

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    Markus Sackmann
    Markus Sackmann

    Von Ursula Katharina Balken

    Illertissen/Vöhringen Damit hatte die Vorsitzende des Caritasvereins Illertissen, Johanna Kempter, kaum gerechnet. Sie hatte Staatssekretär Markus Sackmann vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung nach Illertissen eingeladen – und Sackmann nimmt die Einladung an. Er wird am Donnerstag, 16. Februar, das Caritas-Centrum Illertissen (CCI) besuchen und mit den Führungskräften über Probleme bei der Pflege sprechen.

    Anlass der Visite bot die Bürgersendung „Jetzt red’ i.“ Der Bayerische Rundfunk war im August 2010 Gast in Vöhringen, um Bürgerprobleme anzuhören. Die Vorsitzende des Caritasvereins, Johanna Kempter, hatte dabei auf ein besonderes Problem hingewiesen. Wenn eine Person ein Apartment in der Seniorenanlage des CCI bewohnt und plötzlich zum Pflegefall wird, dann muss sie ihre Wohnung aufgeben, um nur sieben Meter weiter ein anderes Zimmer im Pflegebereich des Hauses zu beziehen.

    Der Grund: Nach der gesetzlichen Regelung werden Kosten für die Pflege von den Kassen nur dann übernommen, wenn die Pflege in einem Pflegeheim erbracht wird. Dass dann ein Umzug ansteht, sei einem alten Menschen nicht vermittelbar, der gerne in seiner gewohnten Umgebung bliebe. Als die Sendung Anfang September ausgestrahlt wurde, empfahl der zuständige Staatssekretär Sackmann, mit den Kassen eine Ausnahmegenehmigung auszuhandeln. Bedingung müsse allerdings sein, dass die baulichen Voraussetzungen geschaffen sind. Das trifft im Caritas-Centrum Illertissen zu. Das Landratsamt hatte bestätigt, dass alle baulichen Bedingungen erfüllt sind, weil die benachbarten Seniorenwohnungen im CCI auch für die Pflege ausgestattet sind. Doch die Kassen reagierten zurückhaltend. Die AOK ließ die Caritas wissen, dass sie sich hüten werde, einen Präzedenzfall zu schaffen. Und dann passierte monatelang gar nichts.

    Johanna Kempter wandte sich erneut an Staatssekretär Sackmann und teilte mit, dass sich nichts in dieser Sache getan habe. Auch die IZ berichtete ausführlich. Daraufhin rückte das Fernsehen wieder an und machte die Angelegenheit in einer Sendung zum Thema. Das half.

    Dem Caritas-Centrum Illertissen wurde mitgeteilt, dass der Versorgungsvertrag geändert wird. Sollte im Einzelfall und auf Wunsch des Versicherten eine stationäre pflegerische Versorgung in der Wohnanlage erforderlich werden, können diese Leistungen dann auch mit den Kassen abgerechnet werden. Und weil diese Entscheidung so positiv ausgefallen ist, herrscht Freude darüber, dass der Staatssekretär jetzt das Haus besucht.

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