In diesen Tagen sind wieder hunderte junger Menschen in der Region in die Ausbildung gestartet. In einer Serie lässt die IZ Firmen aus der Region und ihre Lehrlinge zu Wort kommen, damit unsere Leser die Vielfalt der Berufe besser kennenlernen. Heute stellen wir den Beruf des Tierpflegers vor.

Ulm (nap) - In diesen Tagen sind wieder hunderte junger Menschen in der Region in die Ausbildung gestartet. In einer Serie lässt die IZ Firmen aus der Region und ihre Lehrlinge zu Wort kommen, damit vor allem auch unsere jungen Leser die Vielfalt der Berufe besser kennenlernen. Gerne können sich Betriebe, die besondere Ausbildungsberufe anbieten, bei der IZ melden, um in der Serie aufgenommen zu werden. Heute stellen wir den Beruf des Tierpflegers vor.
Dreck und Gestank gehören zum Alltag eines Tierpflegers. Und doch ist der Beruf seit vielen Jahren sehr beliebt: Auf die letzte Ausschreibung des Tiergartens Ulm für zwei Lehrstellen gingen rund 350 Bewerbungen ein. Vor allem Frauen möchten gerne mit Tieren arbeiten. Doch der Betriebsleiter des Tiergartens, Gregor Müller, weist darauf hin, dass der Beruf nicht nur aus dem direkten Kontakt mit Tieren besteht: 80 Prozent der Arbeit bedeuten Stall ausmisten, weitere zehn Prozent widmen sich der Futtervorbereitung und dem Füttern und lediglich zehn Prozent nimmt die Beschäftigung mit den Tieren ein, wie beispielsweise Spielzeuge für Affen basteln und spielen, erklärt er. Ebenso gehört das Töten von Futtertieren zum Beruf.
Trotz der teilweise körperlich anstrengenden Arbeit ist die Lehre für die drei Auszubildenden im Tiergarten Ulm ein Traumberuf. "Ich könnte mir nicht vorstellen, im Büro zu sitzen", ist sich die 19-jährige Katrin Walch aus Hüttisheim sicher. Und die 18-jährige Sabrina Callies ergänzt, "dass es einfach schön sei, für die Tiere zu sorgen". Interessant ist auch die Arbeit mit den Exoten, beschreibt der 20-jährige Andreas Dreher seine Vorliebe. Aber egal aus welchem Grund man nun Tierpfleger werden möchte, eines ist dabei das wichtigste: Man darf sich nicht vor dem Kot der Tiere ekeln, sagen die drei Auszubildenden einstimmig.
Praktikumsstellen überlaufen
Der Einstieg in den Beruf ist relativ schwierig, da sogar die Praktikumsstellen überlaufen sind. Und ein Praktikum ist auf jeden Fall Voraussetzung für eine Lehrstelle. Je mehr Praxis, desto besser, gibt Gregor Müller als Tipp. Wer dann einmal den Sprung in den Tiergarten Ulm geschafft hat, verbringt im Rahmen seiner Ausbildung ein halbes Jahr in der Stuttgarter Wilhelma, weil es in Ulm keine Raubtiere und Dickhäuter gibt. Der Ulmer Zoo bildet inzwischen seit 2003 aus, zwei der Auszubildenden kamen durch die Bildungsoffensive der Stadt Ulm zu ihrer Stelle.
Flexibilität ist gefragt
Allerdings wird der Tiergarten die nächsten beiden Jahre höchstwahrscheinlich keine Lehrlinge ausbilden, da die Kapazitäten des 12-Mitarbeiter-Betriebs beschränkt sind. Aus diesem Grund können die Lehrlinge auch nicht mit einer Übernahme rechnen.
Es wird hier in absehbarer Zeit keine Stelle frei, erzählt Gregor Müller bedauernd. Insgesamt sieht er im Tierpfleger jedoch einen Beruf mit Zukunft. Tierpfleger mit gutem Abschluss werden gesucht, weiß er. Allerdings dürfe man hierbei eines nicht vergessen: Stellen in der Zootierpflege seien nicht in jeder Ecke Deutschlands vorhanden. Die großen Tierparks befinden sich in Städten wie Hamburg oder Leipzig. Deshalb muss man als Tierpfleger sehr flexibel sein, hebt der Betriebsleiter des Tiergartens Ulm hervor.
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