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21. November 2007 20:25 Uhr

Der "Hofstaat" im mittelalterlichen Ambiente Waldreichenbachs

Der "Hofstaat" hatte im Chor von St. Leonhard in Waldreichenbach Platz genommen, fast 90 erwartungsvolle Zuhörer in den Kirchenbänken sowie auf der Empore. Dabei enttäuschten die vier engagierten Hobbymusiker der Mittelalter-Band aus Bamberg mit Hang zu Professionalität ihr Publikum nicht. Von Regina Langhans,

Der "Hofstaat" im mittelalterlichen Ambiente Waldreichenbachs
Foto: ALFA

Von Regina Langhans, Buch-Waldreichenbach

Der "Hofstaat" hatte im Chor von St. Leonhard in Waldreichenbach Platz genommen, fast 90 erwartungsvolle Zuhörer in den Kirchenbänken sowie auf der Empore. Dabei enttäuschten die vier engagierten Hobbymusiker der Mittelalter-Band aus Bamberg mit Hang zu Professionalität ihr Publikum nicht, sondern sie bedienten es königlich: "Wir sind euer Hofstaat, die Könige seid ihr" lautet der "Spielmanns Reel" als Auftakt.

Dem ersten Kirchenkonzert in Waldreichenbach wohnte ein Zauber inne, der Zauber des Neuen, der Zauber des Abgeschiedenen und nicht zuletzt jener, den die knapp ein Jahr bestehende Band mit ihrer Folk- und Märchenmusik auf klassischen Instrumenten in mittelalterlichen Gewändern hervorrief.

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Mit weiteren Titeln wie "Spielmann", "Leiermann" und nicht zuletzt dem reinen Instrumentalstück "Hofstaat" stellen die Musiker ein Stück weit ihre eigene Zunft vor, die mit der Kunst einhergehende Leidenschaft, woran sich über Jahrhunderte scheinbar nicht viel geändert hat. "Wir haben uns über eine Anzeige im Supermarkt kennengelernt, und keiner hätte noch vor einem Jahr gedacht, dass wir so weit kommen würden", erklärt Sandra Reuther, die auf und hinter der Bühne die "erste Geige" spielt. Ihrer Feder entspringen die meisten Lieder und Texte, welche das Quartett mit Gesang, Geige, Flöte, Gitarre, Harfe, Dawul und Percussion umsetzt.

Während sich die Instrumentalpassagen gerne am Folk orientieren, thematisieren die Texte Lebensumstände und märchenhafte Erlebniswelt des Mittelalters. Sandra Reuther intoniert sie mit sonorer, teils unheilsschwangerer Altstimme. Im schönen Kontrast dazu die kräftige hellere Stimme von Elke Schmid bei den Duetten.

"Dora", das Schicksal der Spielmannsbraut wird ebenso besungen wie ein "Goldenes Land" der Liebenden, aber auch die Befindlichkeiten der Seele finden musikalischen Niederschlag. Vertont wurde ein Schiller-Gedicht in "Sturmernte" und dazu passend eine "Sturmsaat" verfasst.

Besonderen Applaus bekommt Sandra Reuther für ihr sicheres, tonreines Spiel auf der Violine, welches gegen Konzertende in allerlei virtuosen Effekten wie Flageoletttönen und Bogenstrichkünsten seinen Höhepunkt findet. Aber auch Elke Schmid beeindruckt in ihrer Vielseitigkeit auf der Flöte. Mark Napier sitzt zumeist an der Gitarre und Bernhard Röhling widmet sich Obertonflöte und Dawul, der fürs Mittelalter typischen Trommel.

Der Wunsch nach Zugaben wird vom "Hofstaat" zweifach erfüllt, wobei der Einsatz einer so genannten "Ocean Drum", ähnlich einem unendlichen Meeresrauschen, für Ausklang und Aufbruchsstimmung sorgt in eine geheimnisvolle Nacht.

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