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16. Juli 2009 06:26 Uhr

Gezielter Angriff?

Drei Tiere im Zoo verendet: Verdacht auf Vergiftung

Beim dritten toten Tier rief Roland Janzen aus dem Kreis Biberach die Polizei. Sein Verdacht: Lamastute "Lucy" ist vergiftet worden. Erst Tage zuvor starben Pony "Lady" und das zahme Wildschwein "Frieda". Von Melanie Hofmann

In der Zwergenfarm in Sinningen wurden drei Tiere (Lamastute, Ponyfohlen und zahme Wildsau) vergiftet. Sieben Jungtiere (Frischlinge, Ferkel), 10 Wochen alt, sind jetzt ohne Mutter.
Foto: Melanie Hofmann

Sinningen Beim dritten toten Tier rief Roland Janzen die Polizei. Den Kopf nach hinten verkrampft, die Augen weit aufgerissen - so lag die Lamastute "Lucy" Sonntagfrüh neben dem Tor, als sie der Miteigentümer der Sinninger "Zwergenfarm" (Kreis Biberach) fand. Sein Verdacht: Die Mutter eines sechs Wochen alten Lamafohlens ist vergiftet worden. In Futternäpfen und Tränken und am Boden ausgeschüttet entdeckte er Benzin - eine Warnung, wie er glaubt.

Erst zwei Tage zuvor, am Freitag, war ein Ponyfohlen verendet. Eine Woche lang hatte Tierarzt Ralph Lobpreis versucht, "Lady" zu retten. Am Ende fielen ihr die Haare aus. "Ein Zeichen von schwerer Vergiftung", meint Lobpreis. "Der Körper fängt an, Gift abzustoßen."

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Täglich war er vor Ort, gab demzwei Monate alten Fohlen Infusionen. Doch die jungen Organe seien sehr empfindlich, so der Veterinär. "Elend zugrunde gegangen" sei das Tier, erzählt Roland Janzen.

Schon am Freitag in der Woche zuvor habe es Vergiftungserscheinungen gezeigt: starken Durchfall und Apathie bis hin zu Koma-Zuständen. Das zahme Wildschwein "Frieda" zeigte ähnliche Symptome - und war am Dienstag darauf tot.

Dass die Tiere auf der Weide etwas Falsches gefressen haben, hält Tierarzt Lobpreis für unwahrscheinlich. Welches Gift aber genau eingesetzt wurde, ließe sich nur mittels einer Obduktion herausfinden. Die ist Janzen zu teuer. Auch die Polizei glaubt nicht an Zufall. Chemikalien in Wassertränken und sonstige Beobachtungen würden auf strafbares Verhalten deuten, heißt es vonseiten der zuständigen Direktion in Biberach.

Einschließlich der Tierarztkosten ist bislang ein Schaden von mehreren Tausend Euro entstanden. Roland Janzen glaubt, dass die Tiere gezielt vergiftet wurden. Das dreifarbige Fohlen sei eine "kleine Sensation" gewesen - und Wildschwein Frieda eine Art Aushängeschild der Farm. Er hat einen Verdacht, zu dem sich die Polizei aber nicht äußern will. Sie sucht weiterhin nach Hinweisen aus der Bevölkerung.

Die Tiere gehen derweil auf ihre Art mit dem Verlust um: Die Ponystute schreit nach ihrem Jungen und das sechs Wochen alte Lamafohlen klemmt sich an den Leithengst. Es wird nun mit der Flasche aufgezogen werden. "Die Chancen stehen 50 zu 50, dass es durchkommt", meint Roland Janzen. Er hat Angst vor einem weiteren Angriff auf seine Lieblinge: "200 Tiere auf acht Hektar ständig bewachen, das geht einfach nicht."

Wer etwas Verdächtiges beobachtet hat, soll sich bei der Polizei Biberach, Telefon (07351) 447-0, melden.

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