Donnerstag, 17. August 2017

11. Mai 2017 00:34 Uhr

Konsum

Einkaufsstadt mit Potenzial

Ein Gutachten zeigt Illertissen als attraktiven Standort für Läden und Geschäfte. Handel soll sich vor allem im Stadtzentrum ansiedeln. Warum das nicht ganz einfach ist

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Möglichkeiten zum Bummeln und Flanieren gibt es in Illertissen hauptsächlich in der Hauptstraße. Laut Einzelhandelsgutachten fehlt der Stadt vor allem ein Biomarkt, um noch attraktiver für Kunden zu werden.
Foto: Madeleine Schuster

Ob Mode- oder Schuhgeschäft, Schreibwarenladen oder Buchhandlung: Was das Angebot an Läden und Geschäften in der Innenstadt anbelangt, braucht sich Illertissen im Vergleich zu anderen Kommunen ähnlicher Größe nicht zu verstecken. Das bescheinigte Stefan Holl von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) jetzt den Mitgliedern des Bauausschusses. Trotz „Sandwichlage“ zwischen Memmingen und Ulm sei die Vöhlinstadt ein attraktiver Standort – wenn auch mit Verbesserungspotenzial.

In einer von der Stadt in Auftrag gegebenen Fortschreibung des Einzelhandelsgutachtens aus dem Jahr 2005 stellte Holl am Dienstag die Stärken und Schwächen des Gewerbestandorts Illertissen vor. Und er setzte erste Impulse, wie die Stadt auch in Zukunft attraktiv für Kunden bleiben soll. Bereits vor zwölf Jahren wurde bei der Beratungsfirma GMA ein erstes Gutachten in Auftrag gegeben. Es sollte die Marschroute für die Entwicklung des Gewerbes in der Stadt vorgeben. Das damals anvisierte Ziel: Den Einzelhandel in der Innenstadt stärken – bei der Ansiedlung von Großmärkten am Stadtrand dagegen Vorsicht walten lassen. Eine Aufgabe, die die Kommune bislang ganz gut gemeistert habe, bilanzierte Holl.

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In der Innenstadt sei nach wie vor ein guter Branchenmix vorhanden. Vor allem im Genuss- und Lebensmittelbereich könne die Kommune punkten. Und dennoch hat auch Illertissen immer wieder mit Leerständen und Geschäftsaufgaben zu kämpfen. Um rund 30 Prozent, von 127 auf 94, habe sich die Zahl der Betriebe in den vergangenen zwölf Jahren verringert. Die Verkaufsfläche ist dagegen größer geworden: von etwa 26000 in 2005 auf rund 34000 Quadratmeter im Jahr 2017. Auf einer Fläche von etwa drei Fußballfeldern kann in der Stadt, die mit den umliegenden Gemeinden rund 72500 potenzielle Kunden bedient, heute eingekauft und flaniert werden. Auch der Umsatz sei um etwa 28 Prozent gestiegen.

Auch zwölf Jahre nach dem ersten Gutachten legte Holl den Mitgliedern des Bauausschusses ans Herz, die Innenstadt zu beleben. Dabei müsse nicht jeder leer stehende Laden wieder mit Einzelhandel gefüllt werden. „Das funktioniert nicht“, so Holl. Stattdessen könne die Stadt etwa Existenzgründer unterstützen. Oder die Eigentümer der Gebäude animieren, leere Läden in Wohnungen umzubauen.

Die Ansiedlung von Märkten und Geschäften am Stadtrand sieht GMA-Geschäftsführer Holl nach wie vor kritisch. Denn die Ansiedlung neuer Großmärkte in Außenlagen könnte unter Umständen dazu führen, dass Geschäfte in der Innenstadt kaputt gehen.

Aus genau diesem Grund hatte der Illertisser Stadtrat jüngst eine Anfrage für einen türkischen Supermarkt in der Josef-Henle-Straße abgelehnt. Die Befürchtung: Der Markt könne eine zu große Konkurrenz für den innerstädtischen Handel sein. Den Einzelhandel allerdings hauptsächlich auf die Innenstadt zu beschränken, birgt für die Kommune ein anderes Problem: Lebensmittel- und Fachmärkte sind für den Bau neuer Filialen häufig auf der Suche nach großen Flächen mit ausreichend Parkmöglichkeiten. Im Stadtzentrum sind diese aber nur begrenzt vorhanden.

Laut Bürgermeister Jürgen Eisen ist der Platzmangel im Stadtkern auch die Ursache, warum es in Illertissen bislang etwa noch keinen neuen Biomarkt gibt, der laut Gutachter fehlt. Denn die Nachfrage sei durchaus vorhanden – und auch Interessenten gebe es bereits. Laut Eisen hätten schon mehrere Bio-Lebensmittelhändler bei der Stadt angeklopft. Doch Ketten wie Alnatura, Basic oder Denn’s suchten für ihre neuen Märkte große Flächen mit bis zu 800 Quadratmetern. „Sie wollen einen großen Parkplatz und meist auch selbst neu bauen“, sagt der Bürgermeister. Den Markt in den Außenbereich ziehen lassen, wolle man aber auf keinen Fall. Eisen befürchtet einen Dominoeffekt: Zieht ein Markt ins Randgebiet, könnten andere folgen.

Doch auch in der Innenstadt gebe es noch Potenzial: Von ihrer Lage und Fläche gut geeignet seien etwa das ehemalige Motz-Areal an der Ecke Hauptstraße und Memminger Straße oder der Standort der ehemaligen Volksbank. Um die Innenstadt weiter zu beleben, müssten Hausbesitzer und Grundstückseigentümer aber auch bereit sein, Flächen zu verkaufen.

Eisen hält es für einen guten Ansatz, Existenzgründer mit innovativen Ideen finanziell zu unterstützen. „Alles, was die Stadt belebt, ist für uns gut.“ Dazu würden auch Gaststätten und Cafés beitragen. Insgesamt sieht er die Lage in Illertissen positiv, Leerstände gebe es kaum.

Schuh- und Modegeschäft öffnet an der Dietenheimer Straße

Ein neues Geschäft in der Stadt wird es bereits ab kommender Woche geben. Auf der ehemaligen Fläche der Lebensmittelkette Feneberg an der Dietenheimer Straße eröffnet das Laupheimer Unternehmen „Peter Kern Schuhhandel“ eine neue Filiale. Angeboten werden sollen laut Auskunft des Betriebs Schuhe, Mode und Accessoires für die ganze Familie. Mehr als 500000 Euro hat das Unternehmen nach eigenen Angaben in den neuen Standort investiert. Zu Kern gehören 28 Geschäfte in ganz Süddeutschland. Auch in der Region ist das Unternehmen bereits vertreten: unter anderem in Weißenhorn, Vöhringen und Nersingen.

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Ein Artikel von
Madeleine Schuster

Illertisser Zeitung
Ressort: Lokalnachrichten

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