Mittwoch, 23. August 2017

13. August 2017 08:01 Uhr

Obenhausen

Eltern setzen sich für Kindergarten ein

In Obenhausen befürchten einige Bürger, dass sich der Bucher Ortsteil zur bloßen Schlafstätte wandeln könnte. Mit ihren Sorgen wenden sie sich deshalb an den Gemeinderat.

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Der Kindergarten Regenbogen in Obenhausen beschäftigt einige Eltern. Sie haben einen Antrag an den Gemeinderat in Buch gestellt, worin sie einen zweigruppigen Kindergarten im Ortsteil befürworten. Eine Gruppe bleibt sicher bestehen.

Der Kindergarten Regenbogen in Obenhausen bleibt mit einer Gruppe bestehen, so viel steht fest. Wie berichtet, kann aufgrund einiger Brandschutzmängel aber nur das Erdgeschoss des Gebäudes genutzt werden. Einige Eltern wünschen sich jedoch, dass auch eine zweite Gruppe in dem Haus ihren Platz findet. Sie befürchten, dass sich der Ort – mit dem Schwund vieler Einrichtungen – sonst zu einer bloßen Schlafstätte entwickeln könnte und wenden sich an den Gemeinderat.

Bereits vor einigen Wochen hatten sich 15 bis 20 Eltern aus Obenhausen und etwa zehn Gemeinderäte getroffen, um ein offenes und sachliches Gespräch über die Kindergartensituation zu führen. Die Idee dazu hatte Bürgermeister Roland Biesenberger. Anschließend hatten sich die Bürger darauf verständigt, ihre Sichtweise in einem Antrag dem gesamten Gremium zu präsentieren. Das Schreiben verfasste nun Anwalt Alexander Bächle zusammen mit einem anderen Vater aus Obenhausen.

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„Wir sind nicht gegen die geplante Einrichtung in Buch“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Und Bächle betonte: „Wir Eltern sind nicht auf Konfrontation, sondern eher auf Kooperation aus.“ Die Bürger suchten keinen Streit. Ihnen gehe es jetzt darum, dass im Kindergarten Regenbogen zwei Gruppen erhalten bleiben sollen, erklärte er. So könnten Geschwisterkinder dieselbe Einrichtung besuchen und Eltern müssten nicht in zwei Orte fahren.

Eine Kindergartengruppe bleibt in Obenhausen sicher erhalten

Mit einem zweigruppigen Kindergarten im Ortsteil werde noch etwas ganz anderes erreicht: Obenhausen solle ein lebendiges Dorf bleiben und dazu gehörten bestimmte Einrichtungen, ein Kindergarten erfülle eine soziale Funktion, so Bächle. Inzwischen gebe es keinen Arzt und keine Apotheke mehr in der etwa 800 Einwohner großen Ortschaft. Auch die Sparkasse wurde geschlossen. Bächle befürchtet nun, dass – sollte der Kindergarten nicht in einem sanierten Zustand und mit zwei Gruppen erhalten bleiben – das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde weiter schwinde. „Es soll in Obenhausen beispielweise weiterhin einen Sankt-Martins-Umzug geben“, erklärte er. Der Ort solle nicht zur Schlafstätte werden.

Bächle hat den Antrag der Eltern vor Kurzem der Verwaltung überreicht. Innerhalb von drei Monaten haben die Räte Zeit, sich mit dem Schreiben zu befassen. „Wir sind kooperativ und möchten nur auf ein paar Dinge hinweisen“, betonte Bächle. Entscheiden müsse das Gremium und dem Entschluss würden sich die Eltern beugen. „Das ist dann auch okay so.“ Ob es der Elternantrag auf die Tagesordnung einer der nächsten Sitzungen schafft, liege jedoch im Ermessen der Gemeinderäte.

Elternanträge wurden noch nicht behandelt

Auch Marktgemeinderat Gernot Mair (UWG) beschäftigt sich mit den Kindergärten in den Bucher Ortsteilen. Vor der jüngsten Gemeinderatssitzung hatte er verschiedene Anträge bezüglich der Einrichtungen gestellt, die nun an neunter Stelle der Tagesordnung behandelt werden sollten. Doch Marktrat Andreas Vogel (Freie Bürger Buch) kam ihm zuvor und stellte kurz nach Eröffnung der Sitzung einen Geschäftsordnungsantrag mit dem Inhalt, dass Mairs Anfragen nicht besprochen werden sollten. Entschieden wurde sofort: Mit drei Gegenstimmen wurden Mairs Anliegen von der Tagesordnung gestrichen. „Da fehlen mir die Worte. Dazu kann ich nichts sagen“, sagte er sichtlich erschüttert. Das habe für ihn nichts mehr mit Demokratie zu tun.

Doch sogenannte Geschäftsordnungsanträge seien laut Hauptamtsleiter Markus Wöhrle durchaus legitim. „Geschäftsordnungsanträge hatten wir schon öfter“, sagte er nach der Sitzung auf Nachfrage. Diese Anträge dürften während der Versammlung gestellt und unmittelbar danach zur Abstimmung gebracht werden. Wöhrle gab aber auch zu, dass es einen Seltenheitswert habe, wenn ein Tagesordnungspunkt komplett gestrichen werde.

Mair hatte zum Beispiel gefordert, dass die Einrichtungen in Gannertshofen und Ritzisried mindestens zehn Jahre erhalten bleiben sollten, so Wöhrle. Auch der Kindergarten in Obenhausen sei thematisiert worden. Alexander Bächle, der als Zuhörer an der Sitzung teilnahm, sei enttäuscht, dass Mairs Anträge nicht behandelt wurden. Dennoch seien die Elternanträge unabhängig von denen des Marktrats zu sehen.

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Ein Artikel von
Felicitas Macketanz

Illertisser Zeitung
Ressort: Lokales

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