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26. November 2008 07:35 Uhr

Eltern und Erzieherinnen Hand in Hand

Ulm (grr) - In zehn Orten fördert die Evangelische Landeskirche in Württemberg mit einem Dreijahresprojekt den Umbau gewöhnlicher Kindergärten zu Familienzentren. Dort sollen Begegnung, Beratung und Bildung stattfinden und Eltern Hilfen in der Entwicklung ihrer Kinder an die Hand gegeben werden.

Eins dieser Zentren wird am Freitag, 28. November, im Jörg-Syrlin-Haus in Söflingen offiziell eröffnet. Es gab gute Gründe, die Christusgemeinde als Trägerin des Zentrums ins Projekt zu holen. "Wir sind eine offene, einladende Gemeinde", sagt ihr Pfarrer Fritjof Schwesig, "in einem von katholischer Tradition und starkem Gemeinschaftsgefühl geprägten Ulmer Vorort." Ökumenische Zusammenarbeit habe Tradition. Im viergruppigen Kindergarten von Jörg Syrlin wuseln alle Konfessionen durcheinander.

"Mit dem Familienzentrum fangen wir ja auch nicht bei null an", sagt Schwesig. Ein Schwerpunkt im Gemeindeleben ist seit je die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien. Vor einem Dutzend Jahren schon hatte die Gemeinde als eine der Ersten in Württemberg "Konfi 3" eingeführt, den zweigeteilten Weg zur Konfirmation.

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"Ein wunderbarer Türöffner zu den Familien", betont der Pfarrer. Seit Langem gibt es Kinderkirche, Krabbelgottesdienste, Kinderbibeltage, Freizeiten und Konfirmiertenarbeit.

Auf diesem Erfahrungsschatz werde das Familienzentrum aufbauen. Untersuchungen belegen laut Schwesig, dass nicht Kindergarten oder Schule, sondern immer noch das Elternhaus den größten Einfluss auf die Entwicklung des Kindes hat. Also gelte es, die Erziehungskraft der Eltern zu stärken.

Im Zusammenwirken mit den Eltern werden die Kinder gefördert - Eltern als Experten ihrer Kinder, Erzieherinnen als Fachleute der Pädagogik. Sie arbeiten Hand in Hand zum Wohl des Kindes. "Niederschwellig" ist ein weiterer Begriff, der fürs Familienzentrum steht. Alle sollen leichten Zugang finden. Mancher scheue sich, eine der offiziellen Beratungsstellen aufzusuchen. Da setze das Familienzentrum an. "Unser Jörg-Syrlin-Haus, das einmal unser Gemeindezentrum mit angeschlossenem Kindergarten war, wird vielfältig genutzt." Der Kindergarten bleibt drin. Die Volkshochschule ist auch schon da, die Familienbildungsstätte, ein Sportverein, eine Cafeteria ebenfalls. Sie alle werden nun im Sinne des Familienzentrums zusammenwirken. Dazu kommen als weitere Partner die Erziehungs-, Sucht- und Schuldnerberatung. Der Diakonieverband Ulm/Alb-Donau als Träger der evangelischen Kindergärten plant schon weiter. Demnächst wird der Kindergarten an der "Adlerbastei" zum Familienzentrum.

Die Einweihung des Familienzentrums findet am Freitag, 28. November, statt. Beginn ist um 15 Uhr im Jörg-Syrlin-Haus in Söflingen (Jörg-Syrlin-Straße 99). Ulms Prälatin Gabriele Wulf spricht für die Evangelische Landeskirche. Dekan Ernst-Wilhelm Gohl vertritt die Gesamtkirchengemeinde Ulm. Anschließend kann das Zentrum besichtigt werden.

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