Montag, 20. November 2017

14. November 2017 18:04 Uhr

Bellenberg

Er ist ein Bürgermeister der Vereine

Norbert Frank bekleidet Ehrenämter und besitzt so viele Auszeichnungen wie kaum ein Zweiter. Wie er die Zukunft der Vereine beurteilt. Von Regina Langhans

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Norbert Frank ist Dritter Bürgermeister in Bellenberg und kennt das örtliche Vereinsleben in vielen Facetten. Angesichts von rund 600 Terminen jährlich ist der mehrfache Ehrenbürger und Medaillenträger daheim wenig anzutreffen.
Foto: Regina Langhans

In Zeiten zurückgehender Vereinsmitglieder und fehlender Vorstände hebt sich Norbert Frank aus Bellenberg als große Ausnahme ab. Kürzlich hat der Dritte Bürgermeister von Bellenberg seinen 70. Geburtstag gefeiert und sich dabei vorgenommen, etwas kürzer zu treten. Für Gesundheit und Familie wolle er mehr Zeit aufbringen. Denn Vereinsaktivitäten begleiten ihn von Jugend an, sodass Frank auf rekordverdächtig viele Mitgliedsjahre kommt. Interessant ist auch, dass mit ihm die Gemeinde Bellenberg erstmals einen Dritten Bürgermeister bekommen hat.

Wegweisend für den gebürtigen Bellenberger – gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann – war seine Leidenschaft für das Schafkopfspiel. Frank erzählt: „Gekartelt wurde stets bei den Schützen.“ Deren Vorsitzender Anton Harder habe gesagt: „Du kannst bei uns Karten spielen, aber davor musst Du schießen.“ So wurde der Kartenspieler Frank auch Schütze. Als 15-Jähriger trat er 1962 dem Verein bei. Im Jahr 1968 wurde er Ausschussmitglied, um Harder beim Ausrichten des 15. Schwäbisch-Bayrischen Bundesschießens anno 1971 unterstützen. Denn in Bellenberg wurden knapp 2000 Schützen aus der Bundesrepublik und Österreich erwartet. „Damals hatte ich gerade geheiratet“, erinnert sich Frank. Dennoch zog es ihn auf der Karriereleiter seiner Ehrenämter immer weiter nach oben. Hätte seine Frau die Aktivitäten all die Jahre nicht mitgetragen, wäre die Liste heute nicht so lang. Als er 1971 zum Schützenvorsitzenden gewählt wurde, war er mit 23 Jahren der Jüngste in diesem Amt. Er führte es bis 1992 und wurde zuletzt 1996 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Beim Schützengau Iller–Illertissen war er unter anderem von 1994 bis 2013 Gauschützenmeister und ist jetzt Gau-Ehrenschützenmeister. Beim Bezirk war er bis zum Jahr 2013 Delegierter, heute ist er Bezirksehrenmitglied.

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Daneben bekleidet Frank seit 27 Jahren das Amt des Vorsitzenden der Fischereigemeinschaft Vöhringen, ist seit 18 Jahren Geschäftsführer der Fischereigenossenschaft Untere Iller und seit neun Jahren Kreisobmann des Fischereiverbands Schwaben. Unter anderem ist Frank seit acht Jahren Mitglied des Kreis-Naturschutzbeirates, seit 25 Jahren Vertreter der Raiba-Genossenschaft und seit 33 Jahren im CSU-Ortsverband.

Die Liste seiner Dekorationen ist lang: Unter anderem besitzt er das goldene Ehrenzeichen des Landesfischereiverbands, das goldene Protektorabzeichen des Herzogs Franz von Bayern, das goldene Ehrenkreuz des Deutschen Schützenbunds sowie die Ehrennadel und den goldenen Ehrenring der Gemeinde Bellenberg.

Dass der Vereinsmensch Norbert Frank seit 33 Jahren im Gemeinderat Bellenberg sitzt und seit neun Jahren als Dritter Bürgermeister zusätzliche Verantwortung übernimmt, passt zu seinem Selbstverständnis. Und er erzählt, wie er zu diesem gekommen ist: „Als junger Mensch war ich im Ort überall dabei, wo etwas geboten war.“ Bald wurde er hier und dort gebraucht und er lernte, dass das Übernehmen von Verantwortung dazugehört. So war es dann auch im Gemeinderat, als durch den Tod des Zweiten Bürgermeisters Helmut Kiechle eine Lücke entstand. Frank stellte sich zur Verfügung – als Dritter Bürgermeister. Das erklärt er so: „Indirekt gab es den Dritten schon immer, denn wenn der Zweite Urlaubsvertretung machte, übernahm der dienstälteste Gemeinderat dessen Aufgaben.“ Somit seien schon immer drei Amtsträger vonnöten gewesen. Frank, 49 Jahre im Ehrenamt und davon 46 als Vorsitzender, wurde zum Bürgermeister der Vereine. Er besucht die Versammlungen, vertritt ihre Anliegen.

Was die wegen ihres Waffengebrauchs immer wieder in der Kritik stehenden Sportschützen betrifft, sagt er: „Nicht registrierte Waffen sind das Problem, sondern der illegale Handel, der den Missbrauch ermöglicht.“ Ähnlich sei es beim Fischen, dessen Kunst erlernt werden müsse, um kein Tierquäler zu sein. Schützen zeichneten sich durch Sportlichkeit und Disziplin aus, Fischer behielten stets den Landschaftsschutz im Auge.

Die Zukunft der Vereine sieht Frank durch den gesellschaftlichen Wandel gefährdet: „Viele wollen sich nicht mehr binden.“ Umso wichtiger sei es, sich jungen Menschen zu widmen, ihre Interessen wahrzunehmen und sie in die Verantwortung einzubinden. Dafür müssten sich Erwachsene Zeit nehmen. Dazu kennt er einen Idealfall: Um zu vermeiden, dass ein Schüler wegen schlechter Noten aus dem Schützenverein austritt, leistete der Jugendleiter eine Art Hausaufgabenbetreuung. „Das hatte doppeltem Erfolg“, so Frank, „der Jugendliche schrieb gute Noten und blieb den Schützen treu.“

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