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08. Februar 2012 12:50 Uhr

Illertissen

Für Frischkäse ist es einfach zu „frisch“

Wie die Händler auf dem Illertisser Wochenmarkt mit der Kälte umgehen Von Regina Langhans

Eigentlich müssten sich Händler derzeit auf dem Illertisser Wochenmarkt wie in einem riesigen Kühlschrank vorkommen. In dem stecken sie sozusagen zusammen mit ihren Waren – und trotzen der Kälte, gerne auch mal mit Humor.

Eberhard Aspacher aus Illereichen beispielsweise ist Stammkunde bei den Händlern in Illertissen und lässt sich durch das „bisschen Kälte“ nicht von seiner Gewohnheit abbringen: „Ich kaufe hier wegen der frischen Sachen ein“, sagt er am Wagen vom Käsehandel Staiger der Bergbauernsennereien Hüttenberg und Steibis.

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Angesprochen auf die Kälte, muss Verkäufer Christian Gehring lächeln: „Warm anziehen hilft da viel, ich bekomme höchstens mal kalte Hände, und die kann ich an der Gasheizung wärmen.“ Im heimatlichen Immenstadt hatte es kürzlich minus 28 Grad, zu kalt werde es aber höchstens dem Frischkäse, der zu einem Block gefriere und deshalb kurzfristig aus dem Sortiment genommen wurde. Bis auf wenige Weichkäsearten sind seine Waren kälteresistent.

Ganz im Gegensatz zum Gemüsestand Wager aus Trunkelsberg, der sich mit seinem frischen Grün hinter dicken Plastikzeltwänden gegen den Frost verschanzt hat. Eineinhalb Stunden dauert das Aufbauen, und dank dreier Öfen ist die Luft im Innenbereich angenehm temperiert. Der Nebeneffekt: Auch die Verkäuferinnen profitieren von den aufwendigen Maßnahmen, die das Gemüse, meist aus eigenem Anbau, vor dem Erfrieren schützen sollen.

Mit Grünzeug und Salat schnell nach Hause

Allerdings hat Jasmin Wager-Häring bemerkt, dass manche Kunden beim schnellen Einkauf die Kälteempfindlichkeit der Waren unterschätzen und zu Hause entsetzt sind, wenn der Salat zusammengefallen ist. „Wir packen schon ein, aber jeder muss seinen Aufenthalt in der Kälte selbst einschätzen können und entsprechend vorsorgen.“ Für sie und die Mitarbeiterinnen sei es mitunter niederschmetternd, mit anzusehen, wie gedankenlos manche Kunden Gemüse und Salat in die Taschen stopften.

Auf der Suche nach möglichen Vorteilen durch die Minustemperaturen führt der Weg zum Fischverkauf von Ingeborg und Willi Haas aus Giengen an der Brenz: „Für uns gibt es immer zwei Seiten, im Winter mache ich mir keine Sorgen ums Eis zum Kühlen der Fische, dafür aber warme Gedanken.“ Der erfahrene Fischhändler, der im Umgang mit Eis sehr vertraut ist, lacht, denn der nächste Sommer kommt bestimmt, und damit wendet sich das Blatt.

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