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01. Juli 2007 21:10 Uhr

Immer mehr Privat-Haushalte sind pleite

Die Urlaubsreise auf Pump, das Auto geleast, das Sofa in Raten gezahlt - längst bringt nicht mehr nur Arbeitslosigkeit die Verbraucher in die Schuldenfalle, sondern auch sorgloses Konsumverhalten. Manche sind schlussendlich hoffnungslos überschuldet und melden private Insolvenz an. Im Landkreis Neu-Ulm taten vergangenes Jahr 175 Personen diesen Schritt. Damit steigerten sich hier die Verbraucher-Insolvenzen um 31,6 Prozent. Von Susanne Herrmann,

Immer mehr Privat-Haushalte sind pleite
Foto: ALFA

Von Susanne Herrmann, Landkreis Neu-Ulm

Die Urlaubsreise auf Pump, das Auto geleast, das Sofa in Raten gezahlt - längst bringt nicht mehr nur Arbeitslosigkeit die Verbraucher in die Schuldenfalle, sondern auch sorgloses Konsumverhalten. Manche sind schlussendlich hoffnungslos überschuldet und melden private Insolvenz an. Im Landkreis Neu-Ulm taten vergangenes Jahr 175 Personen diesen Schritt, so das Statistische Landesamt. Damit steigerten sich hier die Verbraucher-Insolvenzen um 31,6 Prozent.

Mit dieser Zunahme lag der Landkreis Neu-Ulm bayernweit und deutschlandweit im Trend. Mit 9922 Fällen registrierten die Statistiker 2006 in Bayern rund 37 Prozent mehr Fälle von Privatinsolvenzen als ein Jahr zuvor. In ganz Deutschland kletterte die Zahl um rund 35 Prozent auf 92 844 Verbraucher-Insolvenzen, berichtet das Statistische Bundesamt in Wiesbaden.

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Im Durchschnitt mit 69 000 Euro in der Kreide

Im Schnitt standen die überschuldeten Verbraucher im Freistaat vergangenes Jahr mit rund 69 000 Euro in der Kreide, melden die Statistiker. Damit hat sich die durchschnittliche Verschuldung gegenüber dem Jahr 2005, als es noch 77 000 Euro waren, reduziert.

Während die Firmenpleiten bayernweit im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant geblieben sind, "setzte sich der bereits in den letzten Jahren zu beobachtende starke Anstieg der Insolvenzen von Privatinsolvenzen unvermindert fort", betonen die Statistiker in ihrer Pressemitteilung weiter. Auf die Verbraucher bezogen, nahmen die Insolvenz-Fälle bayernweit um satte 37 Prozent zu.

Deutschlandweit wächst die Zahl der privaten Überschuldungen und Verbraucher-Insolvenzen. Jeder zehnte Erwachsene in Deutschland ist inzwischen überschuldet", berichtete Michael Eham, Geschäftsführer der Schuldnerhilfe Köln, jüngst im Berliner "Tagesspiegel". "In Haushalte umgerechnet bedeutet das, dass 3,4 Millionen Haushalte bundesweit nicht mehr in der Lage sind, ihre Schuldverpflichtungen zu bedienen", so Eham. In den "aussichtslosen Fällen" komme es zu Verbraucher-Insolvenzverfahren, die deutlich zugenommen hätten. Gibt es mit den Gläubigern keine außergerichtliche Einigung, so wird im Insolvenzverfahren geklärt, wie der Schuldner über sechs Jahre seine pfändbaren Werte an die Gläubiger abzustottern hat.

Die Ursachen der Überschuldung sind vielfältig. Es gibt so genannte Armutsschuldner, die wegen Arbeitslosigkeit oder sinkenden Einkommens ins Schleudern geraten, aber auch das Konsumverhalten trägt wesentlich zur Zunahme der Fälle bei. Bedenkenlose Kreditvergabe im Privatkundenbereich der Banken oder die vom (Versand-)Handel angebotenen Ratenkäufe machen es den Konsumenten leicht, über ihre Verhältnisse zu leben.

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