Freitag, 18. August 2017

12. August 2017 07:00 Uhr

Illertissen

In der Vöhlinstadt köchelt es kräftig

Hier wird geschlossen, dort eröffnet: Die Gastroszene ist in Bewegung. Ein Grieche ist umgezogen, ein Neapolitaner setzt auf Hausmannskost. Und ein Club ist in Planung.

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In der Vöhlinstadt ist mächtig Dampf unter dem Deckel – zumindest wenn es um Kochtöpfe in den Küchen von einigen Lokalen geht. Die Gastronomieszene ist in diesen Tagen in Bewegung: Eine Gaststätte an prominenter Stelle hat geschlossen, andernorts hat eine neue eröffnet – mit einem besonderen Konzept. Und zudem gab es einen Umzug: Das Sportheim in Au hat wieder einen Pächter, dafür bleibt im Leonhardstüble in Tiefenbach die Küche erst einmal kalt. Für durstige und hungrige Bürger ist im Kneipenleben künftig einiges geboten. Hier ein Überblick.

Ein bisschen nach Kneipe sieht es von außen noch aus, das ehemalige „Vöhlin“ in der Färberstraße 2 in Illertissen. Wer ins Innere tritt, merkt aber gleich: Neu ist nicht nur der Name „Taverna da Marina“, der in großen Lettern auf den Fenstern prangt. Schwere Holztische, ein Leuchtstreifen an der Bar – drinnen hat sich einiges getan. Und dann ist da noch das Gastro-Konzept von Gastwirt Massimo Bernardini: Salami-Pizza und Spaghetti mit Tomatensoße sucht man hier vergebens. Stattdessen wolle er bürgerliche Küche aus der Region um Neapel, seiner Heimat, anbieten, sagt er. Dazu gehören Gerichte, die man nicht in Restaurants bekomme, sondern daheim für Familie und Freunde koche. Als Vorspeise gibt es dicke Scheiben von einer neapolitanischen Salami. Dann beispielsweise Nudeln mit Bohnen oder Auberginen mit Parmesan. Oder Hamburger nach Neapel-Art, mit selbst gebackenen Brötchen und würzigem Hackfleisch. Das Angebot soll regelmäßig wechseln. „Einfach und ehrlich“ soll die Küche sein, sagt Bernardini. Aber auch gut: „Ich will, dass die Leute wiederkommen.“ Die Soße darf gerne mal ein paar Stunden köcheln, sagt der Neu-Wirt, der die Rezepte nach eigenem Bekunden von „der Mama“ gelernt hat. Gekocht wird mit Muße, so wie daheim in Caserta, einer Stadt etwa 40 Kilometer von Neapel entfernt. Wenn es dort ans gemeinsame Essen geht, brauche man Zeit, verrät Bernerdini mit einem Augenzwinkern: Um 14 Uhr setzten sich alle um den Tisch, um zu tafeln, erst abends stehe man dann wieder auf. Seinen Gästen setzt der Italiener gerne selbst gemachten Wein vor: Dunkel und kräftig. Ein „Restaurant“ betreibe er nicht, betont Bernardini, viel mehr eben eine Taverne. Davon zeugen Jukebox und Dartspiel-Automat.

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Geöffnet ist täglich von 10.30 bis 14.30 Uhr und dann wieder ab 18 Uhr, Sonntags bis 18 Uhr. Am Wochenende soll die Taverna sogar bis 2 Uhr nachts offen stehen. „Wenn die jungen Leute kommen und Hunger haben“, sagt Bernardini. Er wisse, dass der Ruf des Hauses zuvor nicht gerade gut gewesen sein soll. Das will der Italiener ändern: „Bei mir darf jeder sein Bier trinken, aber friedlich. Es ist ein seriöser Laden.“ Das Lokal ist nach seiner Frau Marina benannt. Reich werden wollen die beiden damit nicht. Ihr Ziel: „Wir wollen hier angenommen werden.“

Während die Taverna am Anfang steht, ist die Geschichte des Antiochia im Harisch-Haus am Marktplatz vorbei: Kürzlich hat das türkische Lokal geschlossen, das im Frühjahr 2016 eröffnet hatte. Die Räume sind für Gastronomen offenbar ein schwieriges Pflaster: In den vergangenen Jahren gab es mehrere Pächterwechsel.

Obwohl die Lage eigentlich gut ist, wie Florian Kramlinger sagt, der im Rathaus auch für Gaststättenanmeldungen zuständig ist. In Sachen Gastronomie laufen bei ihm die Fäden zusammen: Was sich bei den Lokalen tut, weiß Kramlinger genau. Insgesamt gibt es in der Vöhlinstadt 50 gastronomische Betriebe, Hotels und Cafés inklusive. „Da brauchen wir den Vergleich mit anderen Städten vergleichbarer Größe nicht scheuen.“

Ein glückliches Händchen hat offenbar Koch Robert Senzel mit seinem Burger- und Steakrestaurant Köhlers’s, das er gemeinsam mit seiner Lebengefährtin Anfang April in der Hauptstraße eröffnete. Es laufe gut, sagt er. Beliebt seien etwa die Karaokeabende an jedem ersten und dritten Donnerstag. Das nächste Ziel hat Senzel schon vor Augen: ein Club. Der werde gerade eingebaut und soll rechtzeitig zur Musiknacht Anfang Oktober eröffnen.

Umgezogen ist die Wirtsfamilie Kourtesis: Künftig gibt es im Auer Sportheim unter anderem Gyros, Souflaki und Pita – in Tiefenbach im Leonhardstüble dafür nicht mehr. „Hier gefällt es uns viel besser“, sagt Wirt Alexandros Kourtesis, der im Sportheim neben griechischer Küche auch Wurstsalat und Schnitzel auf der Karte hat und nicht nur an Spieltagen auf ein volles Haus hofft. 60 Gäste finden im Lokal Platz, dazu gibt es einen Saal und einen Außenbereich.

In Tiefenbach war zuletzt einiger Unmut aufgekommen, sagt der Gastronom. Von einer Konkurrenz durch einige Vereine ist die Rede. In Au fühle sich die Familie nun gut angenommen – und die Stammgäste aus Tiefenbach besuchten das Lokal auch am neuen Standort. Ihnen und den neuen Gästen will die Familie kulinarisch einiges bieten: Angedacht seien Buffetveranstaltungen mit griechischen Gerichten aus dem Backofen und Musik, heißt es.

Bei der Spielvereinigung Au freut man sich über die neuen Pächter: „Wir sind natürlich froh“, sagt Vereinsvorsitzender Antonio Gamarra. Den Gastronomenwechsel habe der Verein angestoßen, aus „bestimmten Umständen“. Seit Mitte Juni war das Sportheim nicht bewirtet, in der Zeit habe der Verein im Haus einiges saniert. Nun gibt es Erwartungen: Ein Wirt müsse grundsätzlich seriös arbeiten, freundlich sein und gute Laune haben, sagt Gamarra. Und fügt mit Blick auf hungrige Sportler hinzu: „Und kurze Wartezeiten sind wichtig.“

Verwaist ist dafür nun das Leonhardstüble in Tiefenbach, das sich im Besitz der Stadt befindet. Für dieses wird ein neuer Pächter gesucht, sagt Bürgermeister Jürgen Eisen. Auch er hat gehört, dass es zwischen Wirt und einigen Vereinen hier und da „geknirscht“ hatte. Nun wurden Anzeigen geschaltet, um einen neuen Wirt zu finden. Mitte September soll es ein Gespräch mit dem Vereinsring geben: „Dann sehen wir, ob jemand passt.“ Laut Eisen sei es vorstellbar, dass die Vereine das Stüble selbst übernehmen.

Möglicherweise kann die Illertisser Gastroszene dann bald eine weitere Neueröffnung verbuchen.

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Ein Artikel von
Jens Carsten

Illertisser Zeitung
Ressort: Lokalnachrichten Illertissen

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