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16. November 2009 04:48 Uhr

Interreligiöses Gebet bei den Muslimen

Illertissen Die türkisch-islamische Union der Anstalt für Religion, Ditib, wurde 1984 in Köln gegründet. Mittlerweile sind ihr 870 Ortsverbände angeschlossen, davon einer in Illertissen. "Besonders nach dem schrecklichen Attentat vom 11. September 2001 in New York bemüht sich der Verein um die Förderung des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen", erklärt Ortsvorsitzender Tunc Oktay. Von Otto Mittelbach

Interreligiöses Gebet bei den Muslimen
Foto: ALFA

Alljährlich finden seitdem, wechselseitig in den Kirchen oder im islamischen Gebetsraum, interreligiöse Friedensgebete statt. Die ausrichtende Gemeinde ist dann jeweils Gastgeber. Das jüngste Friedensgebet im Gebetsraum am Oberen Graben war verbunden mit dem Dienstantritt des neuen Imams Mehmet Gözen als Nachfolger von Hasan Yildiz, der hier vier Jahre lang wirkte und verabschiedet wurde. Gözen ist verheiratet und hat zwei Kinder. Zuletzt wirkte er ein Jahr lang in Füssen und Altötting. In Illertissen wird er die nächsten drei Jahre lang amtieren.

Für die katholische Kirche sprach Diakon Christoph Schwarzer in Vertretung von Pfarrer Markus Dörre über Worte aus dem Matthäus-Evangelium: "Ihr habt mir zu essen gegeben" und verwies dabei auf das Beispiel des Heiligen Martin. Daraus spreche: Auch die Zuwendung zu den Menschen sei ein Weg zu Gott. Der evangelische Pfarrer Hans-Joachim Scharrer begleitete zunächst das gemeinsame Lied "Gib uns Frieden jeden Tag" auf der Gitarre und zitierte aus der Bergpredigt "Selig sind die Sanftmütigen" und "Meinen Frieden gebe ich Euch".

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Viele der älteren Mitbürger hätten zwei Weltkriege erlebt, aber auch in den letzten 64 Jahren sei nicht immer Friede gewesen in einer Welt voller Konflikte. Zum "Frieden riskieren" gehöre Mut, wie ihn Martin Luther King bewiesen habe.

Respekt gegenüber anderen

Der Imam verlas Worte des Korans, die von Fatih Buzluk übersetzt wurden: "Der Islam gibt zu wissen, dass der Mensch ein wertvolles Geschöpf ist. Auch die anderen Religionen legen ihren Angehörigen Respekt gegenüber den Menschen nahe." Die Unterschiede sollten nicht Grund für Streitigkeiten oder Differenzen sein. Die Unterschiedlichkeit der Menschen aber sei auch gottgewollt. Zum Zusammenleben seien Liebe, Toleranz und Solidarität unabdingbar. Der Imam zitierte abschließend aus dem Koran: "Wenn ihr nicht geglaubt habt, kommt ihr nicht in das Paradies. Und wenn ihr euch nicht liebt, habt ihr nicht richtig geglaubt."

Fleißige Frauen hatten für die anschließende Feier türkische Spezialitäten zubereitet. Die Moderatorin kündigte sie so an: "Auch bei uns gilt: Hinter einem erfolgreichen Mann steht immer eine starke Frau."

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