In Südafrika sind die aus Illertissen stammenden Eigentümer des populären "Wartburger Hofs" ermordet worden. Der Täter stürmte völlig unvermittelt das Hotel und eröffnete das Feuer.



Illertissen/Wartburg l bju, kuep l Entsetzen hat in Illertissen (Kreis Neu-Ulm) der kaltblütige Doppelmord an Siegfried Schädle und seiner Frau Ingrid in Südafrika ausgelöst.
Schädle ist gebürtiger Illertisser, er war vor fast 40 Jahren nach Südafrika ausgewandert und hatte dort ein Landhotel in Wartburg in der Provinz Kwa Zulu-Natal betrieben. Am 7. November war ein mit einer Pistole bewaffneter Mann in das Hotel gestürmt und hatte das Feuer auf die 63-jährige Ingrid Schädle eröffnet, die sich an der Rezeption aufhielt.
Als der 68-jährige Siegfried Schädle seiner Frau zu Hilfe eilen wollte, wurde auch er von mehreren Schüssen getroffen. Anschließend flüchtete der Schütze in einem Wagen, ohne irgendwelche Beute mitzunehmen. Die Wirtsleute starben noch am Ort des Geschehens. Nach südafrikanischen Medienberichten hat die Polizei drei Männer (33, 37 und 40 Jahre alt) festgenommen, die unter dringendem Tatverdacht stehen. Laut Henry Budrham von der örtlichen Polizei werden bald weitere Festnahmen in dem Fall erwartet.
Der Sohn des ermordeten Ehepaars, Chris Schädle, sagte gegenüber unserer Zeitung, die Festgenommenen hätten die Tat bereits zugegeben. Spekulationen, es habe sich um einen Racheakt gehandelt, wies er zurück: "Es war ein Raubüberfall und er ging schief." Als es geschah, hatte er seinen freien Abend. "Ich kam gerade aus der Stadt zurück. Es war kurz zuvor passiert. Die Polizei war schon da. Einen Anruf hatte ich noch nicht bekommen." Einer der mutmaßlichen Täter hätte, so der Sohn der Opfer, früher auf dem "Wartburger Hof" als Aushilfe gearbeitet. Angestellte hätten ihn ein paar Tage zuvor auf dem Hof gesehen.
Im Ort Wartburg, in dem der gelernte Bäcker und Konditor Schädle sein Hotel betrieb, leben viele deutschstämmige Südafrikaner. Ingrid und Siegfried Schädle galten als ausgesprochen beliebt. Groß sind Trauer und Entsetzen. "Wir haben viel Trost und die Unterstützung in dieser schweren Zeit bekommen. Das ist mein zu Hause. Ich will hier nicht weg", so Chris Schädle. Auch in der alten Heimat können Freunde das Geschehen kaum fassen. "Sie waren so gute Menschen, haben ihre Mitarbeiter immer gut behandelt", sagt ein Illertisser, der das Hotel mehrfach besucht hat.
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